Menomena – Mines

von Benjamin am 9. August 2010

in Musik!

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Am liebsten würde ich woanders abschreiben bei dieser Rezension, bei einem der coolen Artikel über Menomenas neues Album „Mines“, die alle irgendwie so leicht die Lobeshymnen herausholen und sie Menomena wie eine Keule überziehen und damit zwei Fehler mit einem Mal begehen: 1. stimmt das ja gar nicht, dass das Album so toll ist, und 2. machen die dann ja beim nächsten Mal wieder so eine Grütze, wenn man die jetzt lobt! Also aufpassen! Den Soundraum der Stimme und des Mixes teilen sich Menomena auf diesem Album mit der Hit-Rakete „Only By The Night“ von Kings of Leon. Da hört es aber auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten auf, die Songs sind bei Menomena sehr schön komplex, aber – und das ist ein Aber, das man vielen Post-Indie-Rock Alben der letzten zwei Jahre bescheinigen kann: die Songs scheinen zu spontan und zu unbearbeitet zu sein, zu sehr bei dem belassen, was eine erste Idee eines Songs zu sein scheint. Davon gibt es natürlich auch Ausnahmen und im Großen und Ganzen tut „Mines“ nicht weh, aber es geht eben auch nicht richtig ab, an keinem Punkt des Albums… „Dirty Cartoons“ bildet da eine Ausnahme, scheint eine wirklich Vision zu haben und etwas zu wollen und wohin zu gehen. Zerklüftet und zusammengesetzt, zusammengestückelt wirkt das Album größtenteils, wobei die einzelnen Teile interessant zu sein scheinen, es aber nicht genügend Leim gab, um all das zusammen zu halten. Trotzdem macht es auch in vielen Teilen Spaß zuzuhören, was dem Album einen dem Gesamtbild entgegen gesetzten Charme verleiht und wer weiß, vielleicht erweist sich „Mines“ doch noch als Grower. Aber dieses punktuiert eingesetzte Saxophon wirkt eben nicht wie organisch eingebunden in einen Gesamtsong, sondern wie ein Anhängsel, das man wegen der „Abgefahrenheit“ mit hinein genommen hat. Ich kann mich noch genau erinnern, wie man anlässlich des Vorgängeralbums von Menomena geschrieben hat, dass sie das nicht schaffen würden, was bei Animal Collective und Wolf Parade glücken würde. Ich kann das jetzt umso mehr verstehen, als dass man vielleicht eine ähnliche Vorstellung von einem Sound hat, diese aber mehr oder weniger imstande ist umzusetzen. Menomena müssen da vielleicht ein bisschen weniger mit der Brechstange vorgehen und unverkrampfter Songs schreiben. Ich glaube, viele Indie-Bands wollen indie sein und sich vor allem immer noch vom Pop abgrenzen, dabei sollten sie vielleicht versuchen, mal einen Pop-Song zu schreiben und dann im Nachhinein entdecken, dass sich darin vielleicht schon immer der Indie mit einschleicht. Dann hat man mit einem Schlag Indie gemacht und trotzdem einen hörbaren Song geschrieben.

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