Maximo Park – Our Earthly Pleasures

von Sterereo am 18. April 2007

in Musik!

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Maximo Park ließen damals mit „A Certain Trigger“, wie viele andere zu dieser Zeit, aufhorchen, welche neue Welle dort über den Ärmelkanal schwappt. Jetzt zeigt sich am zweiten Album, ob der Hype der rauen See des Geschäfts standhält.

Nie hat mich ein Album so verliebt gemacht, wie „A Certain Trigger“. Ich kann mir nur so erklären, wieso ich mit „Missing Songs“ damals meine erste B-Seiten Kompilation gekauft habe („Garage Inc.“ zählt nicht!). Ich brauchte dringend mehr von dem geilen Zeug!

Nun ist der neue Stoff da und meine Erwartungen sind hoch. Ein kurzes Knarren später und „Girls Who Play Guitars“ schießt in meinen Gehörgang wie ein Morphiumzäpfchen – nur mit umgekehrter Wirkung. Geradezu avantgardistisch werden die Synthies- und Orgelnklänge um die treibenden Beats und kratzigen Riffs gelegt. Wie eine wilde, synthetische Droge bringt mich anschließend „Our Velocity“ zum Durchdrehen. Ich halluziniere Paul Smith vor meinem inneren Auge „Hand Chops“ machen. Noch mehr als „Apply Some Pressure“ fegt dieser Song die Beine vom Teppich. Seit Wochen laufe ich mit einem drogenseeligen Grinsen über den WG-Flur und summe immer und immer wieder die Zeile: „Our Velocity“. Eindeutige Diagnose: Ich bin süchtig.

Schnell ist vergessen, dass die Scheibe etwas von dem triefenden Rotz ihres Debüts an Produzent Gil Norton (u.a. Foo Fighters und Pixies) eingebüßt hat. Das daran nicht zwingend was auszusetzen ist, zeigen die tolle Pop-Songs „Books and Boxes“ und „By the Monument“. Ein großartiges Beispiel für die kongenialen Texte des ehemaligen Kunstlehrers Paul Smith ist das von der „laut.de“-Redaktion als „belanglos“ getadelte „Russian Literature“: „There it is again/That lock of hair that won’t sit still/Our earthly pleasures/Distract us against our will…“

Das Album macht mich einmal mehr zum Junkie. Am liebsten würde ich den ganzen Tag im Maximo Park rumlungern. Auf zum nächsten Schuss.

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen April 21, 2007 um 21:42 Uhr

Das Album ist gut geworden! Und der Pop steht den Jungs gut. Fein Fein!

2 Ariane.S Mai 11, 2007 um 12:38 Uhr

süchtig wird man wirklich. gibts ein gegegift? selbst wenn, wer will das??
tolle rezension!

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