Maserati – Bahnhof Langendreer Bochum, 17.03.11

von Hififi am 2. April 2011

in Feierlichkeiten

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Nur über einen Albumtitel und vielleicht zwei Songs einer Instrumental-Band auf ein Konzept zu schließen ist schwierig, musikalisch gibt es eins, ganz klar, aber ansonsten lässt sich schwerlich eine z.B. politische Haltung ausdrücken. Es lässt sich allerdings vermuten, dass ein Album wie „Pyramid Of The Sun“ nur Songs wie „We Got The System To Fight The System“, „They’ll No More Suffer From Thirst“ und „They’ll No More Suffer From Hunger“ bietet, wenn es auch eine politische Aussage zu tätigen hat. Vielleicht zumindest einen Appell an die Vernunft – nicht ganz unwichtig in Zeiten ewiger Atom-Verblendung und weiterer Nahost-Kriege!

An diesem Abend sprechen allerdings die Instrumente für sich, und Maserati die nun schon lange so aufgewühlt klingen und mit ihrem Gefährt scheinbar spielend leicht Post Rock-Kollegen auf der linken Spur überholen und diese noch froh sein dürfen nur geschnitten zu werden. Dabei sind es weniger die repetitiven Gitarren-Licks die begeistern, sondern vielmehr das Timing der einzelnen Musiker, die sich nicht nur einzelne Soli zuschustern, sie vielmehr übereinander „stapeln“ und sie zu einer einmaligen Soundcollage zusammendrapieren, dass es den vielleicht 100 bis 150 Zuschauern zunehmend Achtung abringt – gelegentliche Riff-Ausbrüche inbegriffen.

Der dramatische Unfalltod des Ausnahme-Drummers Jerry Fuchs hat sie vielleicht kurz in die Leitplanke abdriften lassen, aber „Pyramid Of The Sun“ war so gut wie im Kasten und so sind Coley Dennis, Matt Cherry, Steve Scarborough mit Phil Horan auf Tour, der den Schnauzbarträger hinter seinem Schlagzeug zu ersetzen weiß. Und ich fürchte, um euch dieses Live-Erlebnis nur annähernd beschreiben zu können, bedürfte es schon eines filmischen Beweises, ihr es mir ansonsten wohl nicht abnehmen würdet. Aber vor allem das reguläre Set abschließende „Inventions“ und „12/16“ sind wahre „Monoliths“, an denen eigentlich niemand etwas zu deuteln haben dürfte, werden sie zumindest meine kleine, musikalische Welt weiterhin mitgestalten und mich für die vielen Poofrock-Bands (den Begriff habe ich mir bei Claudi Yeah geborgt) dort draußen desensibilisieren.

Foto: myspace.com/maseratirocks

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1 Claudi Yeah April 5, 2011 um 19:33 Uhr

Mit freundlicher Genehmigung 😉

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