Martin Sommer – Wort & Tonschlag

von Ghostwriter am 13. Oktober 2005

in Musik!

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Mit „Wort & Tonschlag“ veröffentlichte der erst 25-jährige Liedermacher Martin Sommer im Jahr 2003 seine erste CD. Dem Hörer wird ein gelunges Zusammenspiel von Gesang und Gitarre geboten. Selten, aber immer passend wird Sommer durch Luise Enzian an der Harfe unterstützt.

Gleich im ersten Stück „Drachen“ wird auf herrlich ruhig über die Liebe und was man nicht alles für sie machen würde gesungen. Das erste Highlight der CD, welche eigentlich erst in der zweiten Hälfte ihren Höhepunkt erreicht, folgt schon im zweiten Track „Alles OK“. Wer hat nicht schonmal selbst einen Brief an einen alten Freund geschrieben, ihm von seinem Leben erzählt und gemeint “ Ich hoff, bei dir ist auch alles ok!“. Die Tiefpunkte aus Sommers Erstlingswerk stellen ganz klar die nun folgenden „Ratlos“ und „Labyrinth“ dar. Die beiden Lieder sind zwar ebenfalls tiefsinnig, passen aber nicht zu den anderen Werken.

Wer über ein wenig Interpretationsgabe verfügt wird feststellen, dass die Melancholie des Lebens vortrefflich im im fünften Stück „Neubeginn“ dargestellt ist.

Doch was kommt vor einem Neubeginn? Normalerweise eine schmerzhafte Trennung die man irgendwie erträglich machen möchte. Nur wie? Mit Gesprächen, oder doch lieber mit viel Wein? Sommer scheint den Wein zu bevorzugen wie uns in „Risse“ verdeutlicht wird. Aber recht hat er denn „Morgen ist morgen. Und heute muss vergessen sein“.

Glaubt man Martin Sommers Homepage, dann stellt „Fein Raus“ den grandios gescheiterten Versuch dar in die deutschen Hip-Hop-Charts zu gelangen. Verdenken kann man es den Hip-Hop-Hörern nicht, denn dieses Stück hätte nicht unbedingt auf die CD gepresst werden müssen.

Wer wissen möchte was man so anstellen kann um seiner großen Liebe zu gefallen, sollte unbedingt in „Walzer für sie“ reinhören. Ob die Tips erfolgreich sind muss man dennoch selber herausfinden, denn bevor man ihr Wünsche erfüll kann sollte man wissen „Welche sie von all jenen Frauen ist.“.

Die nun folgenden vier Stücke stellen den absoluten Höhepunkt der CD dar. In „Doppelt“ ist wirklich alles doppelt. Beschwingt geht es um „Doppelagenten im Doppelbett“, „Wie ich das halbe Leben halb versäume“ und „beim Tennisdoppel fehlt die Halbzeit“.

Das nun folgende „Haus mit Fenstern“ ist nicht nur das längste Stück, sondern mit Abstand auch das beste. Langsame, eindringliche Strophen und wunderbar sanft gesungene Refrains über das auf und ab des Lebens dargestellt am Bau eines Hauses, dass zu einem Schloß ausgebaut wird und am Ende dennoch verfällt.

Herrliche Wortspiele findet man in „Keine Rosen“, oder hat Sommer unrecht wenn er singt „Es gibt keinen Arsch ohne Gesicht“ oder „Es gibt keine Armen ohne Reiche“?

Wer beim folgenden „Schluss, Aus & Ende“ denkt, dass wars, es ist aus, letztes Lied, den muss ich enttäuschen. Hier kann jeder reinhören der sich fragt warum es bei ihm nie richtig mit der Liebe klappt. Getreu dem Motto „Warum kanns bei uns nicht sein wies im Märchen beschrieben – Zwei Irre die sich treffen und Hals über Kopf verlieben“.

Jetzt ist aber wirklich Schluss, das letzte Stück handelt von dem was jeder jeden Tag gerne hat. Na? Schon daufgekommen? Noch nicht? Na gut, dann ist jetzt „Feierabend“.

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