Martin Sommer – Chansons

von Ghostwriter am 21. März 2007

in Musik!

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Mit „Chansons“ veröffentlichte der junge Liedermacher Martin Sommer im Jahr 2006 bereits sein zweites Album.

Neben zwölf neuen Stücken finden sich auch zwei schon vom ersten Album „Wort & Tonschlag“ bekannte Tracks auf der Silberscheibe. Ebenfalls erfreulich sind drei Livemitschnitte. Schade nur, dass das beste Stück des ganzen Albums hier zu finden ist. „Reiner Zufall“ ist das leicht und lockere Highlight der CD, allerdings nur in schlechter Qualität. Von „Zufall“ sollte man also nicht reden, denn beim Probehören der Master-CD hätte man diesen Missstand bemerken müssen und entweder eine Studioaufnahme machen müssen (bei der dann aber die Reaktionen des Publikum wegfallen würden), oder ganz auf den Track verzichten sollen.

Sparen können hätte man sich auch „Schatz“. Ein Auftritt im Musikantenstadl und der Durchbruch wäre Sommer gewiss. Nach ca. einer Minute Laufzeit würde im Stadl und im heimischen Wohnzimmer das Schunkelfieber ausbrechen.

Textlich gelungen, wunderbar gesellschaftskritisch, musikalisch jedoch eintönig, langweilig und verstörend ist „Hahn abdrehn“. „Auch Studiengebühren für alle ist doch wirklich toll – die Vorlesungen sind endlich nicht mehr so voll – Erst den Hahn abdrehn und dann wundern, dass kein Wasser kommt.“ Die Strophen etwas melodischer gestrickt und schon würde das Stück in der Playlist hoch und runterlaufen. Oder handelt es sich wieder um einen verzweifelten Versuch in die Hip-Hop Charts zu gelangen? Auch von „Hahn abdrehn“ gibt es eine Live-Version, antunt sollte man sie sich jedoch besser nicht.

Ein wunderbares Duett bietet „Betrunkene Krieger“. Leider wird das Hörvergnügen durch die etwas misslungene Wahl der Gesangspartnerin getrübt. Diese Stimme ist so durchdringend, dass man sie entweder liebt oder hasst. Ich gehöre zur letzteren Kategorie. Das gleiche gilt leider auch für „Unterwegs“. Tolles Stück, starker Text, aber leider wieder diese Stimme. Glücklicherweise gibt es keine Soloparts, so dass es erträglich und gut hörbar bleibt.

Solide, schön anzuhören, textlich gelungen sind das heiteres „Sieben in der Frühe“, die leicht

melancholischen Stücke „Bei Nacht“ und „Wohin“.

Einen tollen Abschluss bietet wie schon beim ersten Album „Feierabend“. Dieses mal jedoch Live. Über die schlechte Qualität sehe ich hier einmal hinweg, denn es macht Spaß Sommer zusammen mit seinem Publikum singen zu hören.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich vom neuen Album immer noch enttäuscht bin. Wollte ich den Tonträger nach dem ersten Durchhören noch im CD-Regal verrotten lassen, so hab ich ihn mir doch noch mehrmals angehört und wenige positive Aspekte gefunden welche die CD doch mehr oder weniger hörenswert machen. Man muss nur wissen wann man ein Stück überspringen sollte.

Eine Empfehlung auch ein mögliches drittes Album zu kaufen ist dieses Stückwerk jedenfalls nicht.

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1 Sterereo März 22, 2007 um 10:37 Uhr

Ist ja ein etwas ernüchtertes Resümee, wenn man an die vorherige Rezension denkt. Hast ja schon angedeutet, dass dich das Album enttäuscht hat. Mal sehen ob er die Rezension trotzdem verlinkt, so wie die andere. Wieso eigentlich nicht? Du findest ja sogar positive Aspekte.

2 kallinsky April 2, 2007 um 07:55 Uhr

Na, da hat der „Rezensent“ seine persönliche Meinung aber über weit über alles andere gestellt. Ich möchte hier einfach nur darauf hinweisen, daß die „Teleschau“, ein renommierter Mediendienst, die selbe CD als ein „ganz großes“ Album bezeichnet hat, „Melodie & Rhythmus“ ihn aufgrund dieser CD als legitimen Nachfolger von Reinhard Mey feiert und die Jury der Liederbestenliste das Lied „Hahn abdrehn“ auf Platz der Liederbestenliste hievte. (http://www.liederbestenliste.de/lbl/archiv/0608.htm)
Man kann an allem was zu mäkeln haben, auch an Martin Sommers zweiter Platte, aber hier scheint mir doch allein der persönliche Geschmack der Maßstab gewesen zu sein.
Hörproben und weitere Stimmen zu dieser meiner Ansciht nach großartigen CD finden sich auf http://www.martin-sommer.net und auf http://www.chanson.de/verlagsprogramm-1.html

3 RockinBen April 11, 2007 um 12:54 Uhr

Ja, persönliche Meinung kund getan. Dafür ist hififi.de aber auch da. Persönliche Eindrücke von Musik, subjektiv und abseits von Hypes (auch wenn sie hier manchmal mitgemacht werden), Bestsellerlisten oder Juryentscheidungen. Ein Hoch auf diese SUBJEKTIVITÄT und die PERSÖNLICHE MEINUNG!

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