Martha Wainwright – Sans Fusils, Ni Souliers, A Paris

von Pynchon am 4. Dezember 2009

in Musik!

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Frankophiles Herz, schweig still! Martha Wainwright widmet sich in ihrem neuen Album der großen Edith Piaf und liefert ein Album, dass mit seinen süßen, ohrenschmeichelnden Klängen zudem ausgezeichnet in die verkaufsstarke vorweihnachtliche Zeit passt.

Dass Martha, selbst zweisprachig in Montreal aufgewachsen und daher dem Französischen mächtig, eine ähnlich ausdrucksstarke, wenn auch nicht ebenso markant unverwechselbare Stimme wie der „Spatz aus Paris“ hat, dürfte nach Wainwrights bisherigen Alben bereits klar sein. Und tatsächlich, die musikalische Vorlage aus mal mehr, mal weniger bekannten Piaf-Chansons liefert eine ausgezeichnete Bühne, um gesanglich mal ordentlich einen vom Stapel zu lassen.

Es versteht sich, dass Klassiker wie „L Foule“ oder „L´Acccordéoniste“ ebenso charmant und zufriedenstellend rüberkommen, wie man es hat erwarten können. Allerdings stellt sich mir bisweilen doch die Frage, was das alles überhaupt soll? Wenn die Lieder schon genau so klingen wie das Original und musikalische nicht weiter interpretiert werden, dann könnte man sich doch auch gut die Klassiker anhören, oder?

Da ist zwar was dran, aber immerhin versammelt Wainwright auf ihrer Piaf-Hommage auch eine Reihe von Chansons, die vielen Hörern – mich eingeschlossen – bislang noch nicht bekannt waren. „Sans Fusils, Ni Souliers, A Paris“ ist also nicht etwa eine weitere (überflüssige) Best of-Compilation, sondern eine persönliche Auswahl an Liedern, die Wainwright offensichtlich wichtig sind und die sie mit hörbarer Ehrfurcht interpretiert, oder vielmehr nachsingt. Zuviel Ehrfurcht kann natürlich auch schädlich sein, wenn aus den Vorlagen nichts eigenes gewonnen wird. Nicht nur Martha Wainwright und Edith Piaf mögen Schwestern im Geiste sein, gediegene Anmut und gepflegte Langeweile sind es auch.

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