Markus Apitius- Golden Parachute

von LittleMissPipedream am 25. Juli 2009

in Musik!

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„This album is not intended as backround music, so PLAY IT LOUD!“ steht im Booklet des neuen Albums von Markus Apitius „Golden Parachute“ geschrieben. Ok, denke ich mir und dreh voll auf. Zunächst tritt Irritation auf, da ich nicht darauf vorbereitet war, dass der erste Song „Everyone wants to be without a care in the world“ eine Art Gospel ist. Die anfängliche Irritation wird allerdings schnell von Interesse und Gefallen abgelöst. Denn: Track 2 „Lucky Lucy“ beginnt sehr rasant und flott, und endet sehr abrupt. Hat irgendwie was. Dann geht es ruhiger weiter, was wohl bedeutet, dass beim „Sleeping with Juliet“ (Track 3) nicht besonders die Post abgeht, sondern eher Gefühle im Vordergrund stehen. Soll ja bei Männern auch ab und an mal vorkommen.

Sehr gespannt bin ich dann auf den Albumtitel „Golden Parachute“. Dieser folgt sogleich und ist ein fröhlicher Soul/Jazz-artiger Song. Allerdings fehlt dem Ganzen ein klein wenig der Pepp. Der Song swingt vor sich hin…ist halt ganz nett.

Im Nachfolgenden wechseln sich ruhige mit fetzigeren Songs ab. „Tesla Wonders“ (Track6) erinnert gesanglich stark an ein Musical und bringt deutlich Schwung in die ganze Sache. Überhaupt scheint das ganze Album eine stimmliche Vielfalt zu dominieren. Sehr häufig singen Chöre oder zumindest herrscht eine Mehrstimmigkeit, die unglaublich gut auf einander abgepasst ist. Das muss man erst einmal so hinkriegen. Respekt.

Besonders Track 10 ist ein kleines Meisterwerk für sich. Der Titel „Epiphany 74“ deutet ja schon auf Großes hin, aber der fast 13-minütige Track vereint wirklich alles: Von leisem Klavierspiel, über E-Gitarren bis hin zu Elektro-Elementen. Herr Apitius scheint seine Erleuchtung gefunden zu haben. Der nachfolgende, letzte Song „Phantom Pain“ wird dadurch extrem in den Schatten gestellt und hat es wirklich schwer im Gedächtnis zu bleiben und Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber vielleicht ist genau das der logische Aufbau, denn das Attribut „phantom-artig“ passt sehr gut.

Insgesamt muss ich feststellen, dass in diesem Album bestimmt eine menge Arbeit, viel Herzblut und auch wirklich Vielfalt steckt. Allerdings muss ich die Aussage des Booklets vom Anfang ein wenig zurückweisen, denn auch durch lautes Anhören bleibt es für mich doch eher Hintergrundmusik. Es mag Leute geben, die sich dieses Album intensiv anhören mögen, ich persönlich bin mit den 3-4 mal Hören nun auch zufrieden und stelle die CD in mein CD-Regal und hole sie eventuell zu gegebenem Anlass mal wieder hervor.

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