Mark Medlock – Interview

von am 1. Februar 2008

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„Superbobbelsche“ Mark Medlock tourt ab 02. Februar durch Deutschland. Wir trafen den Popstar während der Vorbereitungen zu seiner „Dreamcatcher“-Tour und sprachen mit ihm über Musik, Indie Rocker und Ingwer-Tee.

Von seiner Band fast unbemerkt und ohne ein Grußwort für die wartenden Journalisten hoppelt Mark Medlock in die kleine Küche einer Berliner Veranstaltungsfirma. Ohne viel Aufheben greift er zum Lappen und wäscht einige Tassen aus. Dann nimmt er sich ein Messer und zerlegt eine Ingwerwurzel in feine Scheiben. Um ihn herum schleichen Pressebetreuer und Management, werfen den anwesenden Pressevertretern unsichere Blicke zu. Medlock setzt derweil Wasser auf und hoppelt wieder aus der Küche. Trotz Presserummel Tourvorbereitungen – Mark Medlock lebt in seiner eigenen Welt.

Noch ist er der amtierende Superstar von DSDS (die aktuelle Staffel läuft gerade). Und er steckt mitten in den Vorbereitungen für seine neue Tour. „Dreamcatcher“ heißt sie – gemeinsam mit Pop-Sänger Ben („Engel“) und dessen Lebenspartnerin Kate Hall („Is there anybody out there?“) tourt Medlock durch 28 mehr oder minder große Arenen und Stadthallen. Zum Tourauftakt hat sein Management zum Pressegespräch geladen.

Nach kurzer Wartezeit treffe ich Mark in der Maske. Für ein anschließendes Fotoshooting wird er von zwei Visagistinnen auf Vordermann gebracht. Medlock stolpert – ein wenig neben sich – über die Türschwelle und bietet mir an, ich könne mich für das Interview auch gerne auf seinen Schoß setzen. Kein Zweifel: hier spricht das „Superbobbelsche“, das wir aus dem Fernsehen kennen. Der in-sich-versunkene Teetrinker aus der Küche ist binnen weniger Minuten dem verrückten Pop-Phänomen gewichen.

Ein wenig hibbelig und mit den Gedanken nicht immer bei der Sache beantwortet er meine Fragen. Medlocks offene Art lässt Sympathie entstehen, seine Antworten wirken nicht einstudiert oder aufgesetzt. Doch kaum beende ich die Aufnahme, springt er wie von der Tarantel gestochen auf und hüpft vor einem Spiegel auf und ab. Ohne sich zu verabschieden verlässt er den Raum und wird von seinen Pressebetreuern zum Fototermin gebracht.

Ja, Medlock ist ein „Echter“, ein authentischer und schräger Vogel. Aber er, der ehemalige Hartz IV-Empfänger, ist sicher auch durch den Einfluss von Dieter Bohlen mittlerweile ein echter Medienprofi, der auf Knopfdruck funktioniert. Medlock ist einer der wenigen DSDS-Kandidaten die noch eine erwähnenswerte Karriere haben. Doch auch die emsige Entourage kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mark Medlock vor allem eines ist: einsam. Ob sich das auf seiner Tour durch Aschersleben, Cottbus oder Salzwedel ändern wird, bleibt abzuwarten.

Das Interview wurde von unserem Berliner Medienpartner FFE MEDIA durchgeführt.

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{ 7 Kommentare… read them below or add one }

Avatar of Sterereo 1 Sterereo Februar 2, 2008 um 20:26 Uhr

Na, da bin ich doch ehrlich überrascht, dass noch niemand kommentiert hat, angesichts des recht ungewöhnlichen Themas für unsere Seite. Ich persönlich habe mich prächtig unterhalten gefühlt, als ich das Interview gehört habe. Auch herzlichen Dank an Flo für seine feinfühlig gestellten und im doppelten Wortsinn spitzen Fragen!

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Avatar of optera 2 optera Februar 2, 2008 um 22:18 Uhr

Danke dafür! Gut gelacht hab ich! Herrlich!

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3 Februar 3, 2008 um 18:47 Uhr

habs immer noch nicht geschafft, mir das anzuhören, sonst stünde hier schon lange mein senf ;o)

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4 Februar 9, 2008 um 11:27 Uhr

Ist ja nicht mal ganz uninteressant, der Beitrag.

Allerdings:

Wieso werden plötzlich Indie-Foren (auch Intro u.a.) mit z.T. offensichtlicher Medlock-Promo überschwemmt?

Und, nehmt ihr jetzt jedes Interview mit, das ihr kriegen könnt?
;-)

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Avatar of Hififi 5 Hififi Februar 9, 2008 um 11:56 Uhr

Nein, natürlich nicht. In diesem Fall haben wir uns halt auch gerfragt, was das soll. Das wird eine Ausnahme bleiben, das ist klar. Aber bei halbwegs interessanten Künstlern innerhalb des Mainstream würde ich mir gerne vorbehalten wieder etwas online zu stellen. Ist ja mit Nelly Furtado auch schon passiert. Ich find sowas einfach spannend. So, lieber Nils, bevor du wieder einen Koller bekommst; ich habe nur von mir gesprochen!

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6 Februar 9, 2008 um 21:48 Uhr

Schon klar. War ja nicht so ganz ernst gemeint.

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Avatar of Hififi 7 Hififi Februar 10, 2008 um 10:37 Uhr

Das weiß ich. Aber gut das du gefragt hast, so kann man das ganz allgemein klarstellen.

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