Mark Lotterman – Better things to do

von Pynchon am 10. Oktober 2009

in Musik!

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Mark Lotterman ist ein niederländischer Singer-Songwriter, dessen Lyrics zu seinem ersten Solo-Album sich – so die Frucht meiner Internet-Recherche – um “lots of drunk lesbians and other lonely people” drehten. Das ist natürlich vielversprechend! „Better things to do“ ist zumindest Lottermans zweites, in diesem Jahr erschienenes Album.

Der Opener „How wrong can you be?“ ist schonmal eine gekonnte, schwungvoll dargebotene Reminszenz an Neil Young, während der heisere, whiskey- und glimmstengel-veredelte Gesang im balladesk-bluesigen „Dying Day“ natürlich unweigerlich an Tom Waits denken lässt. „I need something to drink!“, raunt uns Lottermans traurige Stimme entgegen, und ich glaub ihm das durchaus.

Gefühlvoller Weltschmerz dominiert auf „Better things to do“, und Mark Lotterman hat die Stimme und die gefühlvollen, auf das Nötigste reduzierte Melodien – wie etwa in „Hit me when I´m weak“ – um im Vergleich zu den großen Melancholikern Tom Waits oder auch Johnny Cash nicht baden zu gehen.

Die feierliche Schwere der balladesker Stücke wie dem titelgebenden „Better things to do“, das sich mit der Malaise apathischer Lebensmüdigkeit beschäftigt, wird immer wieder aufgelockert mit schnelleren, leichteren Songs wie „Two Days“, das den Seitenweg des Ska beschreitet, oder das verspielt dargebotene, orgelpfeifende „Crazy Way“.

Andere Sachen, wie etwa der heisere „Funeral Song“, sind mir dann doch ein wenig bleischwer kredenzt, beerdigt unter dem Ballast allzu penetrantem Pathos.

Manches an „Better things to do“ ist sicher mit der chauvinistischen Attitüde eines einsamen, in die Jahre gekommenden Cowboys vom Lande serviert, der mit blutunterlaufenen Augen auf seiner Veranda hockt und die Rindviecher beim Dösen in der texanischen Sonne betrachtet. Das kommt oft nicht ganz zeitgemäß rüber, wer jedoch gerade den Blues hat oder sucht, wird sich jedoch zweifellos einige Lotterman-Sachen mit Gewinn herauspicken können. Als Ergänzung zu Whiskey und Kippe, versteht sich.

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