Marie Dahl – Adelaide And Hells Bridegroom

von Hififi am 17. Dezember 2009

in Musik!

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Mit über Dreißig sein Debüt zu geben, ist etwas kurios. „Adelaide And Hells Bridegroom“ ist nicht nur der Albumtitel und Opener, sondern ebenfalls eine Anspielung an Arthur Rimbaud, der bereits mit Einundzwanzig sein Werk als Dichter beendete. So naiv und voller Leidenschaft sich die Gedichte des Franzosen lesen, stehen sie im krassen Gegensatz zu den neun Tracks dieses Langspielers. Natürlich nicht leidenschaftslos sind sie sicher nicht naiv, sondern reif und wohlbedacht. Es ist „Adelaide And Hells Bridegroom“ einfach anzuhören, dass es atmen konnte, bar jeden Zeitdruckes und wie Marie Dahl sind sicher auch die Songs nicht mehr die jüngsten. Dass sie so zu einem absoluten Erlebnis wurden, wird die Dänin sicher geahnt haben, für den Hörer ist es zudem überraschend genug, Songs dieser Qualität von einer gänzlich unbekannten Musikerin serviert zu bekommen. Und jetzt lässt sich gerne die ganze Palette herausragender Liedermacherinnen herunterbeten, denn Marie Dahl schließt nahtlos dort an. PJ Harvey, Tori Amos, gesanglich oft an Nina Persson erinnernd, ist es das Songwriting, was besonders hervorsticht und mir ein Name immer wieder in den Sinn kommt: Aimee Mann. Und mit Grammy-Gewinnern verglichen zu werden, ist doch vielleicht gar nicht so schlimm?! Ein Lied wie “Chart Of Sins” hätte sicher auch auf Mann’s 2000er Über-Album “Bachelor No. 2 Or, The Last Remains Of The Dodo” gepasst. Aber etikettieren lässt sich kaum ein Song, auch wenn „The Picture“ sicher mehr Country als irgendetwas anderes, der Titeltrack wiederum bester Kammer-Pop Marke Tori Amos ist. Ein paar Minuten später sind wir schon wieder ganz woanders und nach einer halben Stunde würde man ihr überall hin folgen.

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