Malcolm Middleton – Sleight of Heart

von Benjamin am 26. März 2008

in Musik!

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Mein liebster Schotte veröffentlicht sechs eigene Songs und drei Coverversionen, die er mit ein paar Freunden bei den Aufnahmen für „A Brighter Beat“ eingespielt hat, aber keinen Platz auf dem Album fanden, da sie eher so reduziert nach Singer-/Songwritertum klingen, wie die ersten beiden Soloalben.

Malcolm Middleton weiß wie man Songs zu traurigen Themen schreibt und die in traumhafte schöne Melodien verpackt. Rein akustisch mit Piano, Kontrabass, Violine, Schlagzeug und Gitarre aufgenommen entsteht die typische intime Stimmung.

Der Opener „Week off“ beschreibt die Bedeutung, die Musikmachen für Middleton hat: Er bekämpft damit seine Depressionen. Generell sollte man auf die Lyrics achten. Wie die Liebe bei „Love comes in waves“ besungen wird, ist jenseits der typischen eindimensionalen Darstellung in gewöhnlichen Popsongs („Love is a lie, I’m a liar. Love is a lie, you’re a liar“). Wenn Middleton dann zwischendurch alleine zu seiner Gitarre singt, dann ist Gänsehaut vorprogrammiert. Nie sind Depressionen und Selbstzweifel so vortragen worden, wie in „Total Belief“ und selten haben sie eine so therapeutische Wirkung: Ganz tief im eigenen Seelenmüll wühlen, ein Bad in der eigenen Unzulänglichkeit und gereinigt und gestärkt daraus erwachen. „Just like anything“ (im Original von Jackson C. Frank) besticht durch eine fröhliche Melodie, wie gut Madonnas „Stay“ ist, merkt man an der Cover-Version. Für zusätzlichen Scharm sorgt Middletons schottischer Akzent. „Marguerita Red“ (Original: King Creosote) ist ein wenig flotter als der Rest des Albums und entwickelt sich zu einer beschwingten Pop-Nummer.

Das gesamte Album ist Resteverwertung auf hohem Niveau. Nichts anderes war zu erwarten.

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