Märzmelodie

von Hififi am 24. Februar 2008

in Film ab!

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Da hatte man Alexandra Neldel nach dem großen Erfolg ihrer Lisa Plenske schon den großen Durchbruch zugetraut und dann dümpelt sie doch wieder nur in irgendwelchen deutschen Filmchen rum. Ein Schelm, wer Böses denkt, denn so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Martin Walz dreht mit „Märzmelodie“ eine wirklich feine Liebeskomödie die mit einem besondern Gimmick aufwartet: Die Darsteller fangen aus heiterem Himmel an zu singen.

Dieser Film kommt genau zur richtigen Zeit, denn die Bezeichnung „deutsche Liebeskomödie“ hat nach Till Schweigers „Keinohrhasen“ wieder einen faden Beigeschmack. Jede Pointe war dort so konstruiert, so auf Teufel komm raus reingepresst in die zu vernachlässigende Handlung, dass es einem Angst und Bange werden musste um den deutschen Film. „Märzmelodie“ ist so erfrischend, nicht anders, aber eben wieder ein wenig originell. Wenn Lehrerin Anna (Alexandra Neldel) und Aushilfs-Schauspieler Thilo (Jan Henrik Stahlberg) sich in einer Kneipe anschmachten und er Element of Crimes „Seit der Himmel“ anstimmt, dann ist das schön, schön romantisch (der Song ist vom ’01er Album „Romantik“). Den Refrain, den er da singt, lautet folgendermaßen: „Bei mir geht überhaupt nichts mehr – Weil sich alles um dich dreht – Seit der Himmel jeden Morgen – Deine Augenfarbe trägt“. Damit gewinnt er natürlich das Herz der Angebeteten, nur schlecht, wenn es Thilo nach abgeschlossenem Toilettengang nicht mehr einfällt und er schnurstracks an Anna vorbeiläuft. Wie das dann immer so ist, brauchen die Beiden noch ein wenig, bis sie sich finden und in der Zeit wird noch allerhand gesungen und zwar – bevor ich es noch vergesse – immer auf deutsch. 60 Jahre deutsche Musikhistorie werden in 90 Minuten abgehandelt, von der Dietrich bis zum „König von Deutschland“, alle sind sie vertreten und auch, wenn man die Songs nicht immer mag, muss man dennoch zugeben, dass es textlich immer bestens passt. So werden Emotionen oft weniger über die darstellerischen Leistungen der Protagonisten transportiert, sondern über eben dieses Liedgut. Damit bin ich wieder ein wenig versöhnt und wünsche den Schweiger Till einmal mehr zum Donnerdrummel.

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