Madsen – Labyrinth

von Benjamin am 2. Mai 2010

in Musik!

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Irgendwie reibe ich mir die Augen, dass Madsen schon ihr viertes Album veröffentlichen dürfen. Ich frage mich gelegentlich: wer kauft das? Gut, bei den eingängigen Poprocknummern mit hymnischen Refrains kann ich das nachvollziehen. Ansonsten machen Madsen auf Labyrinth in Stadionrock mit Glamfaktor.

Der Opener und Titeltrack beginnt mit mehrstimmigen Gesang, der mich an die Münchner Freiheit erinnert (andere vielleicht an Queens Bohemian Rhapsody). Es folgt eine Poprocknummer voller Tempiwechsel und Haken. Da wollten Madsen eindeutig zuviel. In diesem wie in anderen Stücken passen auch Gesang und Musik nicht zusammen: Sebastian Madsen verschleift Silben, dehnt andere weiter aus und man direkt seine Norddeutsche Heimat heraushören. Ein Stück wie Labyrinth funktioniert aber eben nur bei lupenreinem Ausdruck. Die artikulatorischen Schludrigkeiten passen zu Songs wie „Blockade“ (einer Punkabgehnummer) oder „Das muss Liebe sein“ (mit dem totenhosenartigen „wo-o-ho“ im Refrain). Die Gesangsstimme erinnert natürlich an Thees Uhlmann. Dazu kommen abgrundtief schlechte Texte, die mit Plattitüden rings um Liebe und Hoffnung gespickt sind. Madsen sind angekommen in der Kategorie Silberjuli. Insgesamt ist Labyrinth also sehr heterogen: Glamrock, Punk, Indiepop, Stadionrock, Powerpopballaden („Lass die Liebe regieren“), wobei Madsen in keiner Disziplin wirklich punkten kann.

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