MAdoppelT – Hybrid

von Pynchon am 10. Juni 2010

in Musik!

Post image for MAdoppelT – Hybrid

Hinter dem kryptischen Pseudonym MAdoppelT steckt der österreichische Hip Hop-Musiker Matthias Leitner, der nach der EP „Schritt für Schritt“ nun sein insgesamt drittes Album „Hybrid“ vorlegt. Vom Wiener Schmäh ist allerdings nichts zu hören auf MAdoppelT, Leitner rappt auf deutsch und ohne Austria-Dialekt. Also keine Falco-Neuauflage.

Fern davon, ein Hip Hop-Liebhaber oder gar ein Kenner des Genres zu sein, gefällt mir „Hybrid“ doch besser als befürchtet. Das hat auch damit zu tun, dass Matthias Leitner keinen puristischen Hip Hop abliefert, sondern eine Menge Pop und elektronische Elemente einfließen lässt. In „Lass es brennen“ klingt sogar ein wenig Reggae mit durch – durchaus interessant und gern angehört. Die Beats sind kraftvoll, der Gesang hat – wie man wohl so sagt – einen guten Flow. Die Texte sind da, zumindest für mich, nicht weiter von Belang. „Hunga“ etwa ist rein textlich eher banal („Ich hab Hunger! Es ist Essenszeit!“), der Energie tut das keinen Abbruch, sie nimmt auch Skeptiker des Genres mit. Dennoch hätte ich mir bei einem klassischen Liebes-Song wie „Frühlingswind“ dann doch ein paar Einfälle gewünscht, die sich zumindest einen Schritt weit abseits der platt getretenen Liebeslyrik-Pfade bewegen. „Hybrid“ ist dennoch erfreulich, weil abwechslungsreich. Tempo und diverse Stil-Einflüsse wechseln und machen das Album zu einem dankbaren Begleiter aller möglichen Alltagstätigkeiten.

Einen Geniestreich wie „Füchse“ von den Absoluten Beginnern oder „Tabula Rasa“ von Freundeskreis braucht man nicht zu erhoffen, aber ein bisschen drunter tut´s ja auch.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: