Madness – The Liberty of Norton Folgate

von Matze am 15. Juli 2009

in Musik!

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„Stay forever young, before paradise lost and innocence gone.” Madness sind zurück und sprühen vor jugendlicher Energie, wenn man den vorausgegangenen Zeilen glauben darf. Lang ist’s her seit die Rasselbande aus Camden mit ihrem selbsternannten „Heavy heavy Monstersound“ die Bläsersätze in den Punk brachte. 1982 machten sie mit „The Rise and Fall“ ihren kreativen Freischwimmer und zügelten ihre Ska-Wurzeln zu Gunsten eines poppigeren Sounds und an Ray Davies gemahnender Kleinbürger-Lyrik. Das Album enthielt außerdem ihren bis dato größten Hit „Our House“, der auf diversen 80er Chartshow-Samplern sein Dasein zwischen Cindy Lauper und Nena fristet und das allgemeine Bild der Band bis heute prägt. Wie vorausgesagt folgte auf den Aufstieg der Fall in Form eher mäßiger Veröffentlichungen. Nach 10jähriger Schaffenspause liegt nun „The Liberty of Norton Folgate“ in den Händlerregalen und es stellt sich die Frage: Rise or Fall?

Die „Ouverture“ lässt auf ein Konzeptwerk schließen und genau das ist es auch, was Madness uns hier vorsetzen. Das Thema wird schon bei der Song gewordenen Stadtführung „We are London“ klar. Das everyday life in Großbritanniens Hauptstadt und ihres Randbezirks „Norton Folgate“ zieht sich durch das komplette Album, verpackt in 14 potentielle Hits mit Ohrwurm-Garantie (so sehr sich das Phrasenschwein hierbei auch freuen mag).

Bei Songs wie „Sugar and Spice“, „Forever Young“ oder „Rainbows“ spiegelt sich die positive Grundstimmung und Eingängigkeit schon im Titel wieder. Und wer weiß, vielleicht wäre „Dust Devil“ in einer besseren Welt der Sommerhit 2009 geworden. Griffige Partyslogans wären vorhanden („on top of the daybreak, the last one to bed“)

„Mk II“ schlägt da eher ruhige Töne an und erinnert in seiner Melancholie stark an die Kinks. Mitunter klingt „The Liberty of Norton Folgate“ wie der Soundtrack zu einem fiktiven Film. Alle Songs fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen, sei es das luftige „NW5“ oder ein schwerer Stampfer wie „Clerkenwell Polka“.

Das Album gipfelt schließlich in dem ungewohnt langen Titeltrack. 10 Minuten lang schildern Madness das Leben im Ostlondoner Stadtbezirk in verschiedensten Songfragmenten oder Sprechpassagen und erschaffen damit ihre eigene kleine Ska-Oper, ein Album im Album.

Somit lässt sich die eingangs gestellte Frage klar mit ersterem beantworten. „The Liberty of Norton Folgate“ stellt Madness bestes Album seit 27 Jahren dar. Bleibt zu hoffen, dass ihre neu gewonnene kreative Freiheit für viele weitere Großtaten anhält.

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1 swo Juli 15, 2009 um 17:54 Uhr

Also 10jährige Schaffenspause stimmt so ja nun nicht. Das letzte Album war ja immerhin die „Dangermen“-Platte. Ob man Coverversionen nun als kreativ bezeichnen möchte bleibt ja mal dahingestellt, trotzdem war die schon ganz ok. Bleibt also…fast 5jähreige Schaffenspause.

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