Machine Head – Unto The Locust

von JonesKorn am 2. Januar 2012

in Musik!

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Geschlagene vier Jahre haben Machine Fucking Head ihre Fans warten lassen, ehe sie Ende September 2011 mit „Unto The Locust“ ihr achtes Studioalbum rausgehauen haben. Spannung und Erwartungen waren groß, denn von „zurück zu den ‚Burn My Eyes‘ Wurzeln“ bis hin zu „ein zweites ‚The Blackening'“ brodelte einiges in der Gerüchte- und Wünscheküche.

Ich gebe zu, ich gehörte zu den Vertretern, die sich von den US-Amerikanern eher ein aufgemöbeltes „Burn My Eyes“ gewünscht hätten, als eine (trotz der Vierjahrespause) zu befürchtende Retorte des Meilensteins „The Blackening“. Ich wollte einfach nicht noch eine Band an den modernen oft belang- und kantenlosen Metal verlieren, dann lieber wieder die Thrash Granaten von 1994. Aber Machine Heads Weg vom Thrash Metal über kleine Nu Metal Eskapaden (auf „The Burning Red“, auch wenn das niemand hören mag) hin zu einem wuchtigen (thrashigen) Metalgesamtkunstwerk war ein langer und letztlich erfolgreicher. Die Band hat diesen neuen Stil als ihren eigenen entdeckt und mit „Unto The Locust“ noch fortentwickelt; da gibt’s kein Zurück.

Anders als – seit einigen Jahren – viel zu oft bemüht wird hier nicht auf klare Gesangspassagen mit Weichspülriffs als Hypeelemente gesetzt, sondern es gibt sieben Mal voll auf die Zwölf, wobei die Prügel nur einmal kürzer als sechs Minuten sind („Be Still And Know“) und direkt beim Opener „I Am Hell (Sonata In C#)“ schon die acht Minuten Grenze sprengen. Das kann man nur ernsthaft wagen, wenn das Songwriting eine entsprechende Klasse mit sich bringt. Und das tut es. Gepaart mit einer tollen Produktion und dazu passenden Lyrics spielen die Titel auf jeden Fall oben mit in der ersten Liga und bieten zwischen Spannungsbögen und Reibungspunkten immer wieder ausreichend Platz für einen gepflegten Mosh. Mit dem aktuellen Langspieler übertreffen sie das 2007er Vorgängeralbum noch um Längen, da ist nicht ein Titel, der mittelmäßig wäre.

Selbst den abgeschmackten Kinderchor im abschließenden „Who We Are“ verzeiht man Machine Head gerne, ist der Song insgesamt doch so treibend, dass man einfach nicht stillhalten kann. Weitere Anspieltipps sind auf jeden Fall das titelgebende „Locust“ und „The Darkness Within“, das am längsten gebraucht hat, um mich zu überzeugen. Man spürt förmlich, wie Robert Flynn zu Beginn mit zusammengepressten Zähnen wütend die Zeilen herauswringt.

Von Januar bis März 2012 wird getourt (USA, Kanada, Australien), bevor es dann im Sommer 2012 zu einigen Festivalauftritten (u.a. Wacken Open Air) auch wieder nach Europa geht. Zusätzlich mit den neuen Titeln haben Machine Head da ein echtes Hammerrepertoire anzubieten, das garantiert keine Wünsche offen lässt.

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