Lydia Daher und Band – Flüchtige Bürger

von Hififi am 13. Oktober 2010

in Musik!

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„Wir brauchen Übergangsjacken für die Übergangszeit“, sehr wohl, es ist Herbst, darauf hat uns der August ja schon gut vorbereitet. Dieses Textfragment ist eine sogenannte Bridge, die Songteile verbinden soll, ein Übergang also, der so richtig schön den Zusammenhang zu Lydia Dahers restlichen Versen zu „Auf Augenhöhe mit der Welt“ sprengt, dem Opener ihres zweiten Albums.

Vor zwei Jahren veröffentlicht Lydia Daher einen Gedichtband namens „Kein Tamtam für diesen Tag“ und es ist sicher kein Zufall, dass der Titel Pate stehen könnte für eines ihrer Lieder. Und es ist sicher kein Zufall, dass „Flüchtige Bürger“ sein Hauptaugenmerk auf die Lyrik zu legen, die Musik als Vehikel zu dienen scheint, und etwas unspektakulär ausfällt. Selbes Phänomen: Element of Crime und Gisbert zu Knyphausen – die sich zumindest textlich bedeutungsschwanger hervortun. Erdmöbel sicherlich auch. Sie sollen hier als Paradebeispiel für die Kunst stehen, der es gelingt das Alltägliche einzufangen und ihn (den Alltag) durch eine Art „Romantisierung“ zu intellektualisieren. Nicht so sehr, um schon wieder ins Banale abzufallen. Kurzum: einfach gute Texte!

Was mich allerdings besonders freut, ist die musikalische Nähe zu Pepi Ginsberg, deren Stimme Dahers sehr ähnlich ist. Welch ein Glück! Die absolute Unaufgeregtheit, die „Flüchtige Bürger“ ausstrahlt, ist die Stärke des Albums. „Ich liebe dich jetzt erst mal für immer“ ist wieder so ein Vers für die Ewigkeit, wenn es überhaupt noch eines Beispiels bedurfte.

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