Lowood – Close To Violence

von Hififi am 15. April 2010

in Musik!

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Robert Iwanetz schreibt auf zeitjung.de über Lowood: „Das Erfolgsrezept ist immer das Selbe: Hübsche Skandinavierin mit ergreifender Stimme über Moll-Gitarren oder wahlweise Piano“. Damit ist gemeint, dass Lowood alias Therese Johansson und Kicki Halmos nicht die Einzigen sind, die der Melancholie frönen und interessant wäre sicher zu erfahren, weshalb gerade in Schweden so ein hohes Maß an trauriger Songwriter-Musik entsteht. Gelegentlich kann der Wohlklang sicher über die Traurigkeit hinwegsetzen, die dort knapp unter der Oberfläche schwelt. Songs wie „Crash“ sind nicht offensichtlich melancholisch, eben eher schwelgerisch schön und wie es sich für einen Opener gehört: sehr eingängig. Songwriter-Pop eben. „You’re No Different“ hält für seine Hörer noch einen gehörigen 80iger Synthie-Pop Einschlag bereit. Gitarren und Keyboards klingen jedenfalls verdächtig nach The Cure und feiern unverblümt die Nähe zu kitschigen Melodien, die es eben zu der Zeit noch nicht waren und es eigentlich auch nie hätten werden dürfen, eben kitschig. Wenn an vierter Stelle mit „Sailor“ der absolute Gänsehaut-Moment der Platte ertönt und Frau Johansson Verletzlichkeit, Trauer und eine undefinierbare Tiefe in ihren Gesang legt, lässt sich von einem fast abartig guten Lied sprechen. Und wenn „A Flickering Light“ noch dazu so offensichtlich den großen Talk Talk ein Denkmal setzt, lässt sich eigentlich nichts Böses mehr schreiben. Vielleicht ist doch ein wenig viel 80iger auf „Close To Violence“, die Fülle an Synthie-Einsätzen ist jedenfalls bemerkenswert. Aber wen stört das? Alle zehn Stücke des Albums sind wahnsinnig ehrliche Pop-Kleinode, wie sie selten auftauchen. Iwanetz nennt Lowood „Trauer-Pop“, der kaum jemandem auffallen wird, „bei der Masse an ähnlichen Veröffentlichungen“. Da hat er sicherlich Recht, aber in einer gerechten Welt müsste Qualität obsiegen und Lowood würden Gehör finden. Trauer-Pop hin oder her.

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