Locas in Love – Winter

von Benjamin am 27. November 2008

in Musik!

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Die Kölner Indie-Pop-Band macht ein Themenalbum zum Winter. Es geht um die Schwierigkeiten, die mit dem Winter verbunden sind: Melancholie, das Elternhaus zu Weihnachten und generell um Nachdenken in kalter Jahreszeit. Musikalisch gibt es viele kleine Instrumente, die das Herz erwärmen: Ukulele, Glockenspiel, Streicher, Bläser, Slidegitarre. Nur die (verzerrten) E-Gitarren bleiben in Instrumentenkoffer, die würden auch nicht passen.

Die halbe Stunde Melancholie beginnt mit dem kurzen „Packeis“ und endet mit dem englischen Pendant „Packice“. Was dazwischen passiert, ist großartiger Indie-Pop mit fantastischen Texten. „Maschine“ thematisiert das Funktionieren-Müssen in der Gesellschaft, was ja besonders bei den Verwandtenbesuchen zu Weihnachten gefordert wird. Natürlich wollen und können das Locas in Love nicht und nutzen das zur politischen Aufforderung: „Du kannst ihren Staat nur zersetzen durch Deine Hoffnung“. Im „ICE Wilson Bentley“ wird die Geschichte der Heimfahrt erzählt mit kleinen skurrilen Beobachtungen und dem passenden Refrain: „Ich komm am Samstag mit dem Zug an, kann mich jemand abhol’n?“

In „Wintersachen“ geht es um die positiven Seiten, die der Winter melancholischen und introvertierten Menschen bietet: Man muss nicht vor die Tür und kann das Wetter dafür verantwortlich machen. Das Weihnachtslied „Christmas No. 1 Hit (Lucky Kitty Maneki Neko)“ besticht durch die weihnachtliche Trompete. Wie in diesem Song lässt die Musik eine Stimmung aufkommen, die dem Namen des Album alle Ehre macht. Man friert mit, sieht in Gedanken den Schnee fallen und sowieso: Musik und Text produzieren im Kopfkino wunderbar melancholische Bilder und Filme. Sie erinnern „immer wieder daran, dass es nicht nur Unsinn gibt, an dem man glauben kann, dass man kein Idiot ist oder naiv, wenn man in den Dingen das Gute sieht. Solange es einen Grund gibt, solange man einen Grund findet“ wie es in „Bushwick heißt.

Abschließend könnte man hier noch die Referenzliste der Gastmusiker aufführen, aber das würde zu weit führen. Die Vorfreude auf das nächste reguläre Album haben Locas in Love jedenfalls mit dieser halben Stunde voller „Wintersachen“ noch gesteigert.

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