Locas in Love – AMP Münster, 05.12.08

von Hififi am 24. Dezember 2008

in Feierlichkeiten

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Als mir vor ungefähr anderthalb Jahren ein sehr guter Freund die „Saurus“ von den mir bis dato völlig unbekannten Locas in Love in die Hand drückte, war ich erstmal irritiert. Aber gut, erst einmal anhören und vorsichtshalber doof finden, so schülerbandmäßig mit pseudointellektuellen Texten und sowieso total LoFi. Als dann noch ein anderer sehr guter Freund herausfand, dass die Locas ja irgendwie auch Kapartenhund sind, schien schon alles vorbei mit mir und den Kölnern. Aus irgendeinem Grunde, vielleicht weil ich nicht so schnell aufgebe, und weil mir wohl langweilig war, habe ich mir „Saurus“ noch einmal angehört und irgendwie hat es dann klick gemacht und die Texte waren auf einmal überhaupt nicht mehr pseudointellektuell und die Musik gar nicht stümperhaft, sondern einfach ganz bewusst nüchtern und pointiert. Kollege Benni hat soweit alles über das Zweitwerk („Saurus“) und ihr neues Konzeptalbum zum Winter – passender weise mit dem Titel „Winter“ versehen – geschrieben, sodass mir die Ehre eines Konzertbesuches und dem jetzigen Report von selbigem zuteil wird.

Irgendwie passt dann alles, wenn Stefanie Schrank, Björn Sonnenberg und Jan Niklas Jansen um ca. 21.30 Uhr auf der Bühne stehen. Der Zuschauerraum des AMP ist mit Sofas voll gestellt, auf dem seit einiger Zeit die 60 Gäste erwartungsvoll Platz genommen haben. Für die Meisten war tatsächlich ein Sitzplatz vorhanden und die, die stehen müssen, versichern sich bei den Umherstehenden, ob auch genug zu sehen sei. Man passt aufeinander auf. Auch Björn Sonnenberg wird nicht müde zu fragen, sorgt sich um den Sound, scheint aber ansonsten guter Dinge, denn mit ihm steht und fällt der ganze Auftritt. Er ist für die mehr als charmanten Ansagen und die kleinen wohlgesetzten Scherze zuständig, bringt bei passender Gelegenheit seine Mitmusiker/in ins Spiel und zieht einfach die Fäden – ich denke, dass ist nicht zuviel gesagt.

Nun beginnt der Reigen an diesen so liebenswerten, kleinen Songperlen, die fast wie aus dem Ärmel geschüttelt klingen und doch die ungeteilte Aufmerksamkeit erfordern. Die Texte sind eh eine Liga für sich, beschäftigen sich mit Alltagsdingen, kaspern aber zugleich die wirklich wichtigen Themen des Menschseins ab: dem Miteinander. Wie man miteinander umgeht, wie man sich seinem Gegenüber verhält… Wie das auf einem Locas in Love-Konzert bewerkstelligt wird, wurde bereits erzählt.

Voran geht das sehr kurze „Packeis“ vom neuen Album, „Eissturm“ setzt direkt ein gelungenes Highlight und Björn Sonnenberg fragt das Publikum, ob es den gleichnamigen Film von Ang Lee kenne. Jeder der ihn nicht kennt, sollte dies bald ändern.

Auf „Saurus“ sind der Highlights so viele, dass es müßig wäre sie auf zu zählen. Die meisten werden ganz artig gespielt und noch artiger beklatscht und nach ca. anderthalb Stunden setzt die Krachpassage in „Egal wie weit“ einen gelungenen Schlusspunkt unter ein noch gelungeneres Konzert. Und die vielen lächelnden Gesichter bestätigen das.

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