Light In Your Life – dto.

von Hififi am 22. Juni 2009

in Musik!

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„Whatever Happened to the 80s“ fragten sich im Jahre 2000 die Donots und manchmal ist es schwer zu begreifen, wie sich besagte Dekade im Laufe der Zeit wieder so in Erinnerung rufen konnte, sodass sich immens viele Bands wieder auf Wave und Post Punk berufen mögen. Ob nun Light in Your Life aktiv Musik gehört haben in den 80ern wage ich ernsthaft zu bezweifeln, aber Interpol und Wolf Parade sind offensichtlich nicht spurlos am Bandsound vorbei gezogen. Gerade Johanns Gesang ist dem von Wolf Parades Dan Boeckner sehr ähnlich, ein wenig leidend aber auf jeden Fall leiernd, dann noch eine Prise Adam Olenius von den Shout Out Louds dazu und schon ist die Palette an angesagten Sängern derzeit fast abgedeckt. Na ja, man muss auch erstmal jemanden finden, der so singen kann, zusammen mit der Prise Düster-Rock Marke Interpol macht sich bei mir allerdings ein kleines Bauchgrummeln bemerkbar. Rein stilistisch kommen dabei sicherlich noch einige Post Rock-Einflüsse zum Tragen, die sich größtenteils durch verworrene Gitarrenmelodien bemerkbar machen und einige Noise-Ausbrüche zu vermelden haben, zu Lasten der Eingängigkeit und dem einhergehenden Wiedererkennungswert wohlgemerkt. Ein hoher Preis, wie ich finde. So findet der überwiegende Anteil der zehn Songs auf dem selbstbetitelten Debüt der fünf Schweden nicht zum Kern und somit auch nicht den Finger auf der Repeat-Taste. Und wie das ja immer so ist, bestätigt die Ausnahme die Regel, denn an achter Stelle wiederlegt „Smile That Smile“ den Großteil der vorangegangenen Thesen komplett und so bleibt nur noch die Empfehlung und der innige Wunsch dieses wunderbare Lied immer wieder zu hören. Auch wenn „Smile That Smile“ ein Einzelfall bleibt, ist dieses Album längst nicht so verkehrt, wie ich mit den vorangegangenen Sätzen vielleicht vermittelt haben mag. Problematisch ist allein der Gedanke, dass sich Light In Your Life aus Uppsalla ihren Stil ein wenig bei meinen großen Helden zusammengeschustert haben, aber wahrscheinlich haben sie, genau so wie ich auch, einfach nur oft und gern Wolf Parade und Interpol gehört, also was werfe ich ihnen überhaupt vor. Ein Album voller Wiedersprüche und ein verwirrter Rezensent.

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