Langstreckenläufer – Metamere Memory

von Hififi am 27. Mai 2009

in Musik!

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Unsere Freunde von Nillson freuen sich auf „so einige Perlen, die es zu entdecken gilt“. Die Rede ist von Omaha-Records, Gisbert zu Knyphausens Label, dem nun immer mehr bemerkenswerte Bands und Künstler entspringen. Omaha als Reminiszenz an den LoFi-Übervater Connor Oberst, der diesem amerikanischen Bundesland mit seiner Plattenfirma Saddle Creek verpflichtet bleibt.

Etwas heimatverbundenes hat das dritte Album der fünf Hamburger ebenfalls, denn „Metamere Memory“ ist vor allem erstmal der typischen Sterne/ Tocotronic-Art des Gesangs verbunden, vertontes Phlegma sozusagen. Sich darauf festlegen, lassen sich Langstreckenläufer aber nun auch wieder nicht, denn bereits an zweiter Stelle durchbricht „Jetzt, sofort und alles!“ die Schwerfälligkeit und leitet über in raffinierte Chöre und bissige Texte und lässt sogleich an Locas In Love denken. Im Allgemeinen möchte ich eine Artverwandtschaft zu Lichter konstatieren, deren Album mich zuletzt begeistern konnte und dementsprechend schickt sich „Metamere Memory“ an gleichzuziehen, oder zumindest erst einmal die Verfolgung aufzunehmen. Dieses Album besticht durch eine gewisse Wandelbarkeit; einerseits sind klare, nachvollziehbare Strukturen in den zehn Songs zu erkennen, die allerdings immer wieder durch Post Rock- oder Elektro-Anleihen ergänzt werden und so den Schwung drosseln, aber das Unternehmen an sich voranbringen. Um noch einen Namen zu „droppen“ seien noch Kle.ze genannt, die das soeben beschriebene Grundprinzip perfekt verinnerlicht haben. Und – nun ja – Langstreckenläufer sind auf dem richtigen Weg, werden durch ein sympathisches Label behutsam aufgebaut und Songs wie „Telescope Drafts“ müssen sich in Deutschland nun wirklich nicht verstecken.

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 Justy Mai 27, 2009 um 10:20 Uhr

1. Omaha ist eine Stadt, kein Bundesstaat (liegt in Nebraska)
2. Conor Oberst schreibt sich mit einem „n“

Ansonsten: durchaus nette Songs, soweit sich das von den Songs auf dem Myspace der Band beurteilen lässt

2 RockinBen Mai 27, 2009 um 10:56 Uhr

Juhu, ich bin nicht das einzige Klugscheißer-Ei hier 😉

3 Hififi Mai 27, 2009 um 12:19 Uhr

Den „Connor“ habe ich vom Waschzettel abgeschrieben, aber Omaha als Bundesstaat ist auf meinem Mist gewachsen. Danke, fürs Richtigstellen. Bei Nebraska fällt mir das gleichnamige Album von Bruce Springsteen ein, auf das sich die Saddle Creek-Leute gerne beziehen. Hätte ich also besser wissen müssen.

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