Lampshade – Forum Bielefeld, 06.03.09

von Sterereo am 16. März 2009

in Feierlichkeiten

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Seltsam ist es schon. Lampshade nennen ihre Tour, ebenso wie das Album, „Stop-Pause-Play“ und geben dann ihre Auflösung bekannt. Also eher „Play-Pause-Stop“. Bittersüß jedenfalls für das Bielefelder Forum: Es wurde demnach der wohl letzten Lampshade-Abend auf deutschen Boden.

Der begann mit Brown Feather Sparrow, einer Clique Holländer, vielversprechend. Diese poetischen Pop-Balladen sind geschrieben und größtenteils gesungen von Lydia van Maurik-Wever. Schöne Melodien und betont eingängige Rhythmen tragen die kleinen Pop-Schmachtfetzen, die im Bielefelder Forum erstaunlich großartig wirken. Etwas schrullig mutet dagegen das präparierte Federvieh an, das auf dem Keyboard der Dame thront. Etwas leichtsinnig fordert die Band irgendwann das Publikum auf, dem toten Piepmatz posthum den fälligen Namen zu verleihen. Selber Schuld, ihr Holländer, jetzt heißt die Amsel Horst. Geliebtes Ostwestfalen, deine Kreativität!

Dahinter brauchen sich die dänischen Schweden von Lampshade jedenfalls nicht zu verstecken. Immer hoch gelobt von der Fachpresse, zuletzt volle Punktzahl der größten Dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ für „Stop Pause Play“. Nur kommerziell, dass wollte nie so richtig klappen. Zumindest nicht mit den soundexpressionisten Lampshade. Eleketronisch dagegen schwimmt Sängerin Rebekkamaria oben auf der Welle mit As In Rebekkamaria, der etwas nazistische Name ihrer neuen Combo. Doch auch Lampshade hat seine kleinen Hits. Schon früh erklingt „Come On In“, später noch „Disse Fugle” und „Treasure Is“. Pausenlos fixiert das Publikum dabei die spastisch Zuckungen, die Rebbekkamaria während des Singens macht. Möglicherweise sind manche dieser hohen, fast quitschigen Töne anders einfach nicht zu erzeugen? Ansonsten passiert bei den Bandkollegen nicht besonders viel, Shoegazing zum hören und sehen. Unzählige Songs dabei sind neu oder sogar mistneu. Denn eine Abschieds-EP soll gegen den Trennungsschmerz auf der finalen Tour helfen. An Spielfreude und Kreativität kranken die schwedischen Dänen jedenfalls nicht.

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