Lalah – Ich wär so weit

von Hififi am 2. Februar 2009

in Musik!

Dörte Benzners Reputation ist beeindruckend. Grafikerin, Schlagzeugerin, Comedian und jetzt legt sie unter dem Namen Lalah ihr erstes Soloalbum vor und haucht ganz nebenbei der tristen Poplandschaft hierzulande wieder ein wenig Leben ein.

Hamburg kann eine neue Schule gut gebrauchen, denn die alte ist ein Auslaufmodell. Lalah macht Elektropop knietief im Chanson und das erinnert ja fast automatisch an Frankreich, an Carla Bruni aber vor allem an Barbara Carlotti, nur halt nicht an Hamburg. Wenn Lalah aber „All meine Liebe“ der See zuteil werden lässt, dann ist das norddeutsch und wenig französisch. Ansonsten hat „Ich wär soweit“ noch jede Menge Barjazz und so einige Songwriter-Elemente zu bieten und so wäre gar der Sprung auf größere Bühnen denkbar, aber auch in jedem Jazzclub oder Indie-Schuppen wären die zwölf Songs gut aufgehoben. Da ist ein gewisser Abwechslungsreichtum garantiert und es spricht für „Ich wär so weit“ trotzdem wie aus einem Guss zu klingen. Produziert und geschrieben hat sie ihre Songs in Eigenregie mit der Unterstützung von Chris v. Rautenkrantz, der ja sonst eigentlich eher einer von der alten (Hamburger) Schule ist. Und irgendwie schafft es Dörte Benzner ihre zwölf Songs nicht zu glatt klingen zu lassen, hat ein paar Ecken und Kanten stehen lassen, was schon an der deutschen Sprache liegt, die die Melodien konterkariert. Aber genau das macht dieses Album so liebenswert.

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