Kristofer Åström – Falkendom Bielefeld, 20.12.09

von Hififi am 30. Dezember 2009

in Feierlichkeiten

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Das Beste an diesem Abend sind nicht unbedingt Kristofer Åström & The Rainaways, sondern, dass es pünktlich los geht und Therese Johansson alias Lowood völlig unverbrauchte wie spannende Folk/Pop-Schmanckerl auf das Publikum entlässt. Ganz allein mit ihrer Gitarre wohlgemerkt, da Kicki Halmos daheim in Schweden geblieben ist und deshalb wohl ein wenig schüchtern und nervös. Ein synthiegetragenes „Sailor“ muss somit entfallen, aber „It’s A Mess“ sorgt für Abwechslung, da Herr Åström die Bühne betritt und sein unverwechselbares Timbre zu Gehör bringt. Einige Damen im Publikum scheinen hingerissen zu sein und auch Frau Johansson kann eine gewisse Begeisterung nicht verbergen. Der Song selber ist genau auf dieses Duett abgestimmt und fällt im Albumkontext eher ab, was gar nicht weiter verwundert, wenn einmal alle zehn Songs von „Close To Violence“ erklungen sind. „A Flickering Light“ z.B. kann mit Synthiemelodien der Güteklasse Talk Talk aufwarten und die Gitarren klingen ein ums andere Mal nach The Cure, was an diesem Abend leider fehlt. Auch der gehauchte Cat Power-Gesang von Therese Johansson ist leider sehr viel weniger gehaucht, aber trotzdem sehr hörenswert und so gibt es artig Applaus, der zwar wohlwollend aber nicht begeistert ausfällt.

Kristofer Åström & The Rainaways stecken allmählich ein wenig im Country-Rock fest, der ihnen nicht einmal schlecht zu Gesichte steht, aber gelegentlich zu altbacken dargeboten wird, um immer wieder aufs Neue zu begeistern. Dieses Problem begleitet den gesamten Auftritt an diesem Abend. Irgendwie fehlt einfach was, wenn die Musik (um die es ja eigentlich gehen soll) schon so gleichförmig bleibt und dann auch noch so wenig über die einzelnen Musiker transportiert wird. Es ist eben nicht nur die Musik, die ein Live-Erlebnis zu einem macht. Vier Musiker die schüchtern irgendwo rumstehen und ein wenig mit dem Kopf wippen, sind dann nicht unbedingt der Gipfel der Spannung. Aber seien wir ehrlich, es kommt eh nur auf Herrn Åström an und hören wollen wir eigentlich auch lieber die alten Hits wie „All Lovers Hell“ oder „How Can You Live With Yourself?“ oder eben neues Liedgut der Güteklasse Elliott Smith („Blind Motherfucker“). Natürlich kann er es noch, und vielleicht sollte er einfach mal wieder nur mit seiner Akustischen bewaffnet, losziehen und eben diese Songs spielen. Zuviel Bruce Springsteen hängt dann doch sehr schnell zum Halse heraus.

Foto: www.myspace.com/kastrom

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1 Pynchon Dezember 30, 2009 um 16:04 Uhr

Mensch, da wärste doch besser zum Spiel gegen St. Pauli mitgekommen am 20.!!

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