Kristofer Aström, Maria Taylor und Wolke – Forum Bielefeld, 18.1.07

von Hififi am 26. Januar 2007

in Feierlichkeiten

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„The Long And Winding Road“: Heute ist Sturmwarnung und ich fahre von Herford nach Bielefeld während es Hunde und Katzen regnet und mein edler Renner fast von der Straße geweht wird. Denn heute ist Liedermacher-Abend im Forum, und Wolke, die ich doof finde, dachte ich.

„Shelter From The Storm“: Wolke sind mit dem Hubschrauber gekommen, das sei ganz schön aufregend gewesen. Erster positiver Eindruck, denn diese abseitige Art von Humor zieht bei mir immer. Wolke sind nur zwei Leute und deswegen bleibt der ganze übertriebene Synthiepop-Schmalz von „Susenky“ auf der Strecke. Die Songs von Oliver Minck und Benedikt Filleböck beweisen auf Klavier und Gesang reduziert, tatsächlich Charakter. Zwar stört die Tatsache, dass der Gesang ein wenig nach Kim Frank von Echt klingt, nur mit ironischen, verträumten Texten, was alles wieder rausreißt. Dann spielen sie „I Want To Break Free“ von Queen, auf Deutsch, unterstützt von Kristofer Aström, dessen Deutschkenntnisse eingehend beklatscht werden.

Dann ist der Schwede dran. Allein mit seiner Akustikgitarre spielt er sich durch seine kleinen Hasstiraden, die so harmlos klingen. „All Lovers Hell“ muss nun ohne Orchester auskommen und verliert sich ein wenig im Einheitsbrei, verliert an Originalität, denn heute klingen alle seine Songs irgendwie gleich. Da das aber hervorragende Songs sind, die von seiner nasalen, fast ängstlichen Art zu singen leben, ist hier nichts verloren. Kristofer Aström zieht das Publikum in seinen Bann, und als dann endlich „How Can You Live With Yourself“ erklingt ist sowieso alles gerettet. “Always On My Mind“ vom König rundet das Set von „Drinking Songs“ ab. Abschließend gibt es mit „Just Another Love Song“ einen neuen, gerade geschriebenen, an dem nichts Erwähnenswertes ist, außer folgender Zeilen: „You´re always on my mind/ P.S. I love you“. Das ist irgendwie peinlich, aber auch irgendwie originell.

Zu guter letzt penetriert Saddle Creek-Urgestein Maria Taylor das Publikum mit Akustikgitarre und belanglosem Songwriting. Hier zündet leider gar nichts. Zwar ist die ruhige, schüchterne Art, mit der sie ihr Liedgut präsentiert grundsympathisch, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass hier alles etwas blass wirkt, fast beliebig. Ich für meinen Teil wünsche mir Azure Ray zurück.

Der Sturm wütet, aber die „Sit down and sing-Tour“ zieht weiter und so auch jeder Sturm.

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