Kong – Snake Magnet

von am 2. April 2010

in Musik!

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Bah, was für ein fieses, bösartiges Ding! Hierbei handelt es sich nicht etwa um einen neuen Output aus der Instrume(n)tal-Rock-Schmiede des Amsterdamer Quadrophon-Urgesteins, sondern um das bereits im letzten Jahr erschienene Debüt einer neuen Kong-Generation aus dem Vereinigten Königreich. In Manchester steht, um genauer zu sein, die unselige Wiege der drei kranken Jungs, die mit „Snake Magnet“ einen hübsch vertrackt knüppelnden Bastard aus Rock und Noise vorlegen, der die Ohren zum Bluten anregt. Unangreifbar, weil losgelöst von den meisten Konventionen, dröhnt, kreischt, fiept und kracht hier es unentwegt an jeder Ecke. Dabei sind die drei Sickos offenbar mit so viel ungezügelter Lust bei der Sache, dass sich ein dauerejakulierender Vulkankrater von einem Album ergibt, der einen, vorausgesetzt man bringt genug Nerven mit und drückt nicht nach vier Sekunden die Stopptaste, mitreißt, umwirft und in vor Hass berstenden Geräuschwellen ertränkt. Als bekanntere Referenzpunkte lassen sich vielleicht Shellac, Jesus Lizard oder McLusky (Andrew Falkous ist übrigens Fan) heranziehen – alle auf Überschallgeschwindigkeit hochgepitcht, vollgepumpt mit Steroiden und mit abgehackten Körperteilen versehen, die die Instrumente stakkatohaft bedienen. Brutale, polyrhythmische Stop-And-Go-Brecheisen ziehen am laufenden Band vorbei und lassen kaum Zeit zum Atmen. Wer sich „Evil Dead“ am liebsten im Bildsuchlauf ansieht und sich dabei gern mit dem Presslufthammer am Heizkörper vergeht, hört Kong auch gerne zum Frühstück. Für alle Nicht-Sickos sei als Anspieltipp für den Einstieg „A Hint Of Rennit, Innit“ empfohlen. Ab diesem Ausgangspunkt lässt sich der Abstieg in die Welt von „Snake Magnet“ nach und nach bewältigen. Und wenn man dann erst so richtig in der Soundhölle schmort, möchte man gar nicht wieder zurück in die normale Welt. Ein Ereignis der besonderen Art, und live bestimmt ein rauschendes Schlachtfest.

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