Kings of Leon – Because of the Times

von Hififi am 4. Mai 2007

in Musik!

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„Aha Shake Heartbreak“ war eine Enttäuschung, soviel steht für mich fest. Jetzt ist das Zweitwerk schon drei Jahre alt und ich bin nie mit ihm warm geworden. Zwar ist mit „Pistol of Fire“ wieder ein zünftig rockender Brocken strokescher Retro Kunst vorhanden, aber vieles klingt einfach ungewohnt, nicht nach den vier Hippies aus Tennessee. Jetzt wissen wir warum; „Aha Shake Heartbreak“ vertont den Übergang zwischen Leichtigkeit („Youth and Young Manhood“) und Sein. Ein Hybrid also, den ich damals nicht verstanden habe, aber jetzt wo ich „Because of the Times“ für mich gewinne, verstehe ich auch wo die Familie Followill mit uns hin will.

Wir befinden uns thematisch zwischen dem dreckigen Blues der Anfangstage, einer ganzen Menge Verspieltheit und der Psychedelia der jungen 70er, so dass die Strokes einfach von Bord gegangen sind. „Because of the Times“ ist ungeheuer erwachsen und reif ausgefallen, die Songs sind länger und längst nicht mehr so auf den Punkt gebracht. Nein, hier wird sich auch mal Zeit gelassen, kaum ein Stück zündet sofort und die Detailverliebtheit mit der das Quartett aufwartet ist neu und aufregend. Endlich ordentliche Soli und den grundsoliden Riff-Rock Marke Black Sabbath („Black Thumbnail“), dann wieder das leicht bekloppte Gejodel von Caleb Followill, der wie eh und je nach Whisky und Zigaretten klingt („Trunk“) und natürlich die unglaublich treibenden Rhythmen, die knackigen Gitarren, die wir schon lieben gelernt haben. So klingt das anno 2007. Was andere, verwandte Bands (z.B. der Black Rebel Motorcycle Club) auf verschiedene Alben splitten müssen, nämlich Gospel, Folk, Blues und natürlich die harten Gitarren, das ist hier alles drin, einfach so. Selbst der 80er-Jahre Glam bekommt seine kleine aber feine Hommage, so erinnern doch die Backings in „Fans“ ein wenig an „Shout at the Devil“ von Mötley Crüe. So ist das, wenn eine Band vor nichts zurückschreckt, sich ordentlich was traut. Die Zeiten an dem die Vier nach anderen Bands klingen sind vorbei, nun wird sich schonungslos in den verschiedenen Epochen der elektrisch verstärkten Gitarren bedient und heraus kommt dieses zeitlose, ganz und gar eigenständige Album, dass ich ihnen gar nicht mehr zugetraut hätte.

Übrigens, ich habe noch nie einen Menschen so hoch spucken sehen wie Jared Followill, allein das ist schon eine Reise wert.

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{ 5 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen Mai 5, 2007 um 12:16 Uhr

Mal nen kleiner Einspruch: Aha Shake Heartbreak ist toll! Aber Musikgeschmack ist ja subjektiv…

2 alex Mai 8, 2007 um 19:54 Uhr

vielen dank für den review! sonst hätte ich dieses album mit einen „bäh, sowas kenn ich schon“. ist aber tatsächlich sehr sehr gut geworden.

3 Sterereo Mai 9, 2007 um 12:32 Uhr

Hat auch anscheinend durchweg gute kritiken bekommen. Ich selbst bin noch nicht wieder ganz warm mit den Kings geworden. Werde mich aber auf alle Fälle noch bis zum Hurricane einhören.

4 Sterereo Mai 23, 2007 um 15:22 Uhr

Okay, es ist soweit. Ich bin warm geworden. Das Album ist klasse und ich kann es kaum abwarten „Charmer“ live zu erleben!

5 RockinBen Mai 28, 2007 um 15:28 Uhr

So, da habe ich dieses Album nun auch endlich gehört und ich muss sagen: Jede gute Kritik ist berechtigt. Es haut mich von den Socken. mein liebster Song ist „on call“. bin hin und weg. Großartiges Album.

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