King Kong

von Hififi am 20. Januar 2006

in Film ab!

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207 Millionen Dollar hat der Spaß also gekostet, die wohl größtenteils für die Special Effects drauf gegangen sein dürften. Denn genau das ist der Film geworden: Eine sinnlose Aneinanderreihung von Special Effects. Eigentlich wusste ich das schon vorher, trotzdem war ich so naiv zu glauben, es gäbe noch so etwas wie eine Handlung, stattdessen darf man Kong dabei zusehen, wie er sich erst durch das Inselinnere prügelt und später in New York weitermacht. Erst ist man noch fasziniert, zum Schluss nur noch belustigt.

Peter Jackson (der alte Ehren-Hobbit) hat tolle Schauspieler besetzt, um sie dann völlig flache Charaktere spielen zu lassen, einzig Jack Black brilliert in seiner Rolle als rücksichtsloser und profitgeiler Regisseur. Adrien Brodys permanenter Dackelblick nervt tierisch, außerdem ist die Figur Jack Driscoll ein wandelndes Klischee, immer bemüht das richtige zu tun. Solche Menschen gibt es nicht, gab es nie und wird es auch nie geben und das ist auch gut so, da kann sich Jackson noch so sehr hinter dem Original von 1933 verstecken. Was damals geklappt hat, muss nicht auch heute funktionieren. Und dann noch Naomi Watts (im weiteren Verlauf nur noch Goldlöckchen genannt), wie kann sie nach großartigen Filmen wie „21 Gramm“ oder „Mulholland Drive“ nur so einen Scheiß abliefern. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dass die meisten Hollywood-Schauspieler nur aus Zufall (sozusagen aus Versehen) mal einen anspruchsvollen Film abkriegen. Watts spielt Ann Darrow, eine Varietekünstlerin (oder was auch immer) und unglaubliches Naivchen, in das sich dann nachher der Affe verknallt. Interessant wird es dann endlich, wenn Kong sich mit einem Tyrannosaurus Rex prügelt, weil der ihm Goldlöckchen wegfuttern will, übrigens auch wenn er schon längst was zu futtern im Maul hat. Sowieso eine sehr feindselige Insel auf der sie da gelandet sind, erst klauen die Eingeborenen (dafür hat Jackson einfach seine Orks wiederbelebt) Goldlöckchen, dann der Affe, und dann werden unsere Protagonisten noch von bösen Killerinsekten bedroht. Vorher gibt es noch ein Wettrennen mit Brachiosauriern, welches natürlich gewonnen wird, schließlich sind unsere Helden genauso schnell. Dann klaut Driscoll Goldlöckchen zurück und lockt den Affen in die Falle, wo Jack Black ihm eine Flasche auf den Kopf haut … Plumps der Affe fällt vom Dach, Film vorbei.

Der blödeste Film seit die Titanic abgesoffen ist.

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1 Zweiblumen Januar 20, 2006 um 16:29 Uhr

Ich werde bestimmt nicht die Qualität dieses Films verteidigen. Aber wenn man in den Remake eines Klassikers geht und sich dann über die Handlung beschwert, die in großen Teilen wie im Orginal ist (Eingeborene klauen Frau, Affe kämpft gegen Dinos und Affe klettert auf großes Haus), finde ich das schon ein wenig kurios.

Es ist einer dieser Filme, wo man den Kopf ausschalten muss, dann kann man ihn auch gut ansehen. Und das war doch schon vorher klar.

2 Hififi Februar 2, 2006 um 17:07 Uhr

Tja, manchmal bin ich wohl genauso naiv wie Goldlöckchen.

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