Kilians – They Are Calling Your Name

von am 6. April 2009

in Musik!

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Da hörte ich bereits beim letzten Live-Konzert schon das tolle Stück „Hometown“ und den sehr klug gewählten Opener, des neuen Albums der Jungs aus Dinslaken. „They Are Calling Your Name“ heißt die Platte und man fragt sich natürlich wer da meinen Namen ruft? Stimmen? Stimmen aus dem Wandschrank? Schizophrenie? Von den meisten Menschen werden ja fälschlicher Weise immer die Leute „Schizo“ genannt, die eigentlich unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leiden. Die hat man auch ein bisschen beim Hören des Albums. Bei Simons Stimme könnte man denken, dass jeder Song dreckig und nach rock klingt, aber: falsch! Perfekt jedoch für besagten Song „Hometown“, der leicht funky und mit geraden Linien startet und in einen tollen jangly Gitarrenrefrain mündet. Man denkt sofort: Jawoll! Die wissen, was sie wollen. Doch schon das anschließende Stück „Said & Done“ erinnert den Hörer daran, dass da 20-Jährige musizieren, die auch beim zweiten Album noch vorsichtig sind. Wir sind im Pop/Rock angekommen und der Song würde zusammen mit „Used To Pretend“ und „She’s So Tired“ perfekt auf den Soundtrack einer dieser Teenage-High-School Romanzen passen. Der junge Außenseiter, der nach dem Mädchen seiner Träume schmachtet. Eine Montage seiner Phantasien zeigt, wie beide am Strand spazieren gehen und wird durch die Realität unterbrochen, in der SIE mit dem Quarterback des Football-Teams zusammen ist. Also der Simon kann auch ruhig und soft. Trotzdem bleiben die Rockelemente und man gibt sich nicht völlig dem Pop hin. Warum jetzt aber dieser „Schizo“ Aspekt? „Legally Fly“ überrascht als dritter Song mit ungewohnten Klängen und wiederlegt meine Aussage, die würden beim zweiten Album immer noch vorsichtig sein. Nein, auch mal mit Harmoniebrüchen experimentieren. Sehr schön! Auch bei „12 Boxes“ wird ein wenig probiert und heraus kommt ein interessanter Pop-song. So, fehlen noch 3 Songs, denn „JA!“ das Album besteht nur aus 9 Stücken. Mit „Who Will Win“ gibt es wieder einen ruhigeren Song, der im Refrain rockig ist und leicht nachdenklich und melancholisch anmutet. „You Should Be Thinking Of Me“ rüttelt wieder wach und es gibt auf die 12! Ein Abgeher! „Innocence“ wirkt dann im Anschluss wieder etwas bedrückend. Allerdings kann man sich diesen Song sehr gut in so einer großen Arena mit ganz vielen Menschen vorstellen. Wenn man eh denkt, man ist mehrere Menschen, dann kann man sich das noch besser vorstellen. Die Kilians jedenfalls zeigen eine multiple Persönlichkeit in den Songs. Es wird mal ein bisschen ausprobiert. Gerockt, gepopt (… also … vom Genre „Pop“) und manchmal eben auch etwas in die Kitsch-Kiste gegriffen, alte Fotos der Freundin rausgekramt, sich an die schönen Zeiten erinnert und dann verbrannt und den Schmerz mit ner Flasche Jacky runtergespühlt. Für Fans der Kilians eine Bereicherung, für Freunde des Rock sehr schön und für jugendlichen Liebeskummer vielleicht ein guter Soundtrack. Für alle anderen: auf jeden Fall „Hometown“ und „12 Boxes“ anhören!

Albumprelistening:

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