Kid Harpoon – Once

von Sterereo am 22. Oktober 2009

in Musik!

Post image for Kid Harpoon – Once

Da tingelt Tom Hull mit seiner Gitarre durch die Londoner Pubs und will gleichzeitig nicht zu tun haben mit dem dort gerade so abgefeierten Neo-Folk. Schließlich sei das doch gefälligst Rock’n’Roll, was er da fabriziert. Doch gänzlich alleine das eigene Ding durchziehen geht auch nicht. Schützenhilfe von niemand geringem als Trevor Horn kommt da doch wie gerufen.

Also raus aus den rauchigen Kneipen Londons und rein ins Hollywood-Studio der Produzentenlegende. Mit den richtigen Vollblutmusikern an der Seite blüht „The Kid“ so richtig auf. Denn mit Singer/ Songwritertum oder altbackenen Folkklängen hat „Once“ erstmal nicht viel zu tun. „Stealing Cars“ ist ein eingängiger Soundtrack zum buchstäblichen Autos – oder sprichwörtlichen Pferde stehlen. Auch „Back from Beyond“ ist eher ein beschwingter Song einer britisch sozialisierten Band mit hörbarem Spaß am Zusammenspiel. Doch Tom Hull hat die Platte in seiner Hand, nicht nur durch die charismatische Stimme, sondern vor allem in den ruhigeren Momenten. Dann spricht die Gitarre oder er selbst in kurzen Passagen mit Talking Blues-Charakter. Schnell ist klar, auch Tom Hull hat schon einmal „Desire“ von Bob Dylan gehört. Gerade der Facettenreichtum von eingängigen Bandsongs und eher auf Tom Hull zugeschnittenen Stücken, wie bei der bittersüßen „Murder Ballade“ die aber nicht aus Nick Caves Feder kommt und „Death Of A Rose“ heißt, macht den Reiz aus. Anscheinend haben sich die drei Jahre Wartezeit auf einen freien Termin bei Studiodoktor Trevor Horn gelohnt, die seit der EP und dem Debüt vergangen sind. Gespickt mit Streichern, Hand-Claps und großen Spaß an der Musik und den teils verschrobene Texten ist Kid Harpoon tatsächlich eher im Rock’n’Roll gelandet, als im Lager der Folksänger. Da kann er noch so oft in stickigen Pubs still vor sich hin spielen, jetzt muss er sich auch den Erwartungen der Platte stellen. Also raus aus der lauschigen Nische und mit der Band rauf auf die Bühnen.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: