Keane – Under the Iron Sea

von Sterereo am 15. August 2006

in Musik!

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Immer noch ohne Gitarre, aber dafür mit sehr viel stärkeren Synthies geht das zweite Album der Briten andere Wege als der gefeierte Vorreiter „Hopes and Fears“. Es wird düsterer, schwerer und weniger schwermütig.

Schon der Blick aufs Cover wirkt bedrohlich. Schwarze Wellen mit Pferdekopf und roten, wütenden Augen. Daneben blaue, weinende Wellen. Was ist hier passiert? Wo sind die zerbrechlichen Balladen wie „Somewhere Only We Know“? Sie sind noch da, diese wundervoll hellen und versöhnlichen Momente des melancholischen Trübsinns. Doch dunkle Schatten ziehen sich durch das Album. Lieder, wie die erste Single „Is It Any Wonder?“, erschrecken mit harten Synthieeffekten den harmoniesüchtigen Fan coldplayischem Songwritings. Hat beim Erstling doch vor allem das Keyboard die Funktion der (nicht vorhandenen) Gitarre übernommen, werden jetzt die Regler gedreht, die Töne düsterer, die Stimme energischer. Die Band möchte voran, sich neu erfinden und setzt dabei sogar auf Instrumentalstücke. Der Track „Under the Iron Sea“ ist wohl als Soundtrack fürs Artwork zu verstehen, bedrohlich wie ein wilder Ozean breitet sich das Unbehagen aus.

Doch nicht alles vom Charme von „Hopes and Fears“ ist verflogen. Denn plötzlich versöhnen Stücke wie die aktuelle Single „Crystal Ball“ die Welt wieder mit dem Hörer: „Oh Crystal Ball,(…) tell me life is beautiful“. Dennoch fehlt es an vielen Stellen an neuen Ideen, und zu viele halbgare Versuche haben den Weg aufs Album gefunden. Hasst mich, aber ich werfe den Euro freiwillig ins Phrasenschwein für die Floskel: Das verflixte zweite Album.

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