Kashmir (+ Tusq + Sea Wolf) – Postbahnhof, Berlin 09.12.2010

von alex am 14. Dezember 2010

in Feierlichkeiten

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Nach einer gestrigen mehrstündigen nächtlichen Irrfahrt durch die verschneiten Straßen Berlins hätte ich diesen Abend lieber im Bett als in einer gefüllten Konzerthalle verbracht. Keine guten Voraussetzungen für einen solchen Abend. Oder vielleicht doch?

Punkt viertel nach acht beginnt die aus Hamburg und Berlin stammende Band „tusq“. Langsam streuen Leute herein, zwischen ihnen einige Menschen mit Kameras. Konzertdokumentation, habe ich mir später sagen lassen. Wie die Pop-Version von „Soundtrack Of Our Lives“ sollen sie klingen, das kann man in der Tat so stehen lassen. Die Musik ist tight, geht klar nach vorne. Schnörkel sucht man hier vergebens. Die Lieder des Debut-Albums „Patience Camp“ tragen Namen wie „Let The Fairies Lead The Way“ oder „Fortune“. Wirklich hängen bleibt leider keines, da sich die Stücke doch etwas ähneln. Es soll aber auch gesagt werden, dass die Band mit den üblichen Schwierigkeiten des Konzert-Openers zu kämpfen hat. „Patience Camp“ hört sich hingegen sehr viel versprechend an!

„Sea Wolf“ präsentiert ein Akustik-Set seiner Songs. Der Kalifornier besitzt in der Tat eine Stimme, die mühelos einen Raum füllen kann. Dazu eine rhythmisch-reduzierte Gitarre. Was ich höre, gefällt sehr. Live klingt die Stimme entfernt nach Bob Dylan. Es sei das erste Mal überhaupt für ihn in Berlin, erzählt er zwischen den Songs. „Long Distance Runner“ ist wohl mein persönlicher Favorit. Anhören! Wobei mir die reduzierten Songs im Akustik-Kleid deutlich besser als die Studio-Versionen gefallen.

Die Kopenhagener um Sänger und Songwriter Kasper Eistrup starten ebenfalls ganz reduziert mit Klavier und Gesang, um dann langsam weiter Instrumente hinzuzufügen. Ein Anfang mit Potential. Was nun aber folgt, lässt sich wohl als Best Of für Fans beschreiben die gerne alles so hören, wie es auf der Platte ist. „Mouthful Of Wasps“, „Kalifornia“ oder „Rocket Brothers“ sollen an dieser Stelle einmal genannt werden. Alles wirkt professionell, aber gleichsam kühl. „Kashmir“ sind die Band, die nun auf den großen Festivals den Samstag-Headliner-Platz belegen. Eistrups Solo-Einlagen können da auch nicht mehr viel retten. Nur „Surfing The Warm Industry“ ist ein wirkliches Highlight des Live-Sets. Und so gehe ich etwas unbefriedigt nach Hause, um wieder „No Balance Palace“ aufzulegen.

Foto: Band-HP www.kashmir.dk

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