Karen O And The Kids – Where The Wild Things Are (Soundtrack)

von Hififi am 24. Dezember 2009

in Musik!

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Karen O schreibt den Soundtrack eines Kinderfilms. Was auf den ersten Blick wenig Sinn ergibt, erklärt sich schnell dadurch, dass „Where The Wild Things Are“ sicherlich kein gewöhnlicher Kinderfilm geworden ist, was sich erstmal nur dadurch vermuten lässt, dass Spike Jonze Regie geführt hat. Seines Zeichens nicht nur O‘s Ex-Freund sondern Erschaffer filmischer Kunstwerke wie „Being John Malkovich“ oder „Adaption“. „Wo die wilden Kerle wohnen“ (so der deutsche Titel) ist eines der populärsten Kinderbücher der Geschichte. 1963 erfand Maurice Sendak die Geschichte des kleinen Max, der sich in eine Traumwelt zurückzieht, in der es riesige Monster gibt, eben die wilden Kerle. Nur 333 Wörter stark, dafür aber reichhaltig illustriert, galt das Buch lange Zeit als zu düster um als Blockbuster an den Kinokassen überzeugen zu können. Bis Sendak schließlich persönlich Jonze überredete, seine Fantasie spielen zu lassen. Und genau das tut auch Karen O!

Vierzehn Kinderlieder sind dabei nicht unbedingt herausgekommen, dafür sind es nachdenkliche, wie verspielte Gegenentwürfe zum aktuellen Musikgeschehen. „All Is Love“ ist zwar sicherlich mit einigem Hitpotential gesegnet, mit seinen akustischen Instrumenten und dem Kinderchor wohl aber nicht sonderlich Chart-geeignet. Ein Song wie „Animal“ könnte dabei eher auf dem Soundtrack für einen Film wie „Dead Man“ Furore machen, wenn Neil Young dort nicht schon seine abseitigen Gitarrenimprovisationen untergebracht hätte. Besonders überzeugend zudem die ruhige Herangehensweise, die spartanische Instrumentierung, die im Gegensatz zu den Yeah Yeah Yeahs-Alben steht. Natürlich lässt sich Karen O’s signifikantes Organ sofort heraushören, ansonsten ist mit diesem Soundtrack tatsächlich einer entstanden, nicht nur das erste Soloalbum einer großen Künstlerin. Wenn ich mir „Worried Shoes“ anhöre, kann ich mich sofort in verschieden Traum-Szenarien hineinversetzen, wie ich es bei Mercury Rev immer hatte. Diese jenseitige Art des Gesangs ist dem von Jonathan Donahue zumindest sehr ähnlich. Ein erstaunliches Tondokument und ein noch besserer Soundtrack!

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