Kapoolas – Cut Down Trees (We Need An Ark)

von Benjamin am 23. August 2010

in Musik!

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Zwischen Postrock und Indietanzflächenrock bewegen sich Kapoolas auf ihrem Debüt „Cut Down Trees (We Need An Ark)“. Zunächst in Eigenregie verlegt, haben die Schweizer nun auch für Deutschland einen Vertrieb gefunden.

Was zunächst stark nach vorne treibt und an Franz Ferdinand erinnert („Headlines“) ist bei genauerem Hinhören wesentlich vertrackter. Das Glockenspiel kündigt die Spielereien an, die einem immer wieder auf dem Album begegnen werden. Das Drumming im Zwischenpart erinnert eher an hyperaktive Westernmusik. Der Rhythmus wechselt desöfteren. „Waiting“ ist dann ein ruhigeres, sehr poppiges Stück in bester Indie-Tradition. „Koma“ überzeugt mit elektronischem Beat, E-Piano und Glockenspiel. Es könnte von The Notwist sein. Spätestens wenn sich der Song am Ende mit E-Gitarrenunterstützung hochschaukelt, dann sind wir beim Postrock. Mundartlicher Text bietet „Kei Antwort“. Schöne Gitarrenmelodie, das fast immer präsente Glockenspiel. Ich verstehe den Text aber nicht, es könnte ein Liebeslied sein, ist im Kapoolas-Kosmos musikalisch aber fast der „normalste“ Song. Es folgt der Titeltrack „Cut Down Trees (We Need An Ark)“: Ein Tanzflächenstürmer für Franz Ferdinand-Fans. Obwohl etwas verspielter als diese, nichtsdestotrotz sehr tanzbar. Das Tempo wird bei „Rewind And Repeat“ wieder zurückgeschraubt, wobei ich diesen Song etwas schwächer finde. Die Stimme erinnert mich an die Metalballaden der 90er, bei denen der Gesang immer nah an der Peinlichkeit ist. „Master/Slave“ folgt und man hört raus, warum in der Bandbeschreibung „Alternative“ steht. Irgendwie mit diesem Rocksound kann man den Track in Verbindung bringen. Allerdings machen es Kapoolas die Einordnung immer schwierig, da sie irgendwo immer ein Element reinbringen, dass nicht passt. Hier spielt zum Beispiel die Leadgitarre an einigen Stellen den Dreivierteltakt ein wenig deutlicher und wird fühlen uns kurz im Walzer. Der Song ist auch der längste des Albums. Mit „If The Rain Falls…“ schließt das nur acht Stücke lange Album wieder im Post-/ Indierock-Kontext. Ein spannendes Album, denn trotz aller Spielereien und Stile wirkt es homogen. Ein gutes Album, dass nie langweilig wird und immer eingängig ist.

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