Kap Bambino – Blacklist

von Hififi am 18. Juni 2010

in Musik!

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Während Crystal Castles mittlerweile möglichst hysterisch klingen, kaum noch nachvollziehbar, um dann aus heiterem Himmel wieder beruhigend sein zu wollen, zwar möglichst verzerrt, auf Dance machen, bleiben sich Kap Bambino auf Albumlänge mehr als treu. Denn hier bricht gleich der komplette Wahnsinn los, praktisch ab der ersten Sekunde, ohne große Elektro-Spielereien, so direkt wie Electroclash, oder eben Punk in der Neuzeit klingen mag. Klar, Crystal Castles gehen den verzerrten Weg sehr viel detailgenauer und ähneln damit am ehesten in all ihren Facetten einem Monolithen namens „Psalm 69“ (Ministry), wo genau aufgeführt wurde, welche Teilbereiche erfasst und eigentlich komplett ein- und auseinandergenommen werde konnten. Crystal Castles machen es sich also nicht leicht dazwischen zu kommen, oder auch nur ansatzweise eigenständig zu musizieren. Aber wer hört schon gern und mit voller Überzeugung Crystal Castles?

Wenn doch „11:38“ für Stimmung sorgt, natürlich nicht für jedermanns Ohren, dafür aber sehr viel eingängiger. Handsome Furs ohne E-Gitarre! Sehr viel krawalliger, ohne wirklichen Bass, und wenn dann nur doppelt und dreifach, als Synthies, also eben Electroclash, wenn Peaches sich schon irgendwie verweigert und sich gerne remixen lässt. Klar, genau das will doch fast jeder mal live sehen und ich reihe mich gerne ganz weit vorne ein, aber, und dass soll der einzige Wehrmutstropfen bleiben, klingen sie alle recht gleich, die Songs. Aber das sollen sie auch, fast müssen, fast. Hört es euch besser mal an, denn „Blacklist“ liegt ganz klar zwischen Offenbarung und Wahnsinn und ist erfrischend wenig Avantgarde (Crystal Castles) und dem etwas rückwärtigen Wagnis einer Peaches.

P.S.: Vor allem der sehr „schlumpfige Super-Hit“ („Rezo Zero“) zwischen C64 und Vatter Abraham (Anspieltipp)!

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