Kafkas – Paula

von Benjamin am 22. April 2010

in Musik!

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KAFKAS gibt es seit 15 Jahren und als reine DIY-Band ist es nicht verwunderlich, dass sie erst ihr 5. Album veröffentlichen. Musikalisch ist alles schnell erzählt: Punk mit einer gehörigen Portion NDW-Nervdudeleien.

Eigentlich möchte man eine Band, die alles selbst in die Hand nimmt, deren Mitglieder als Tierschützer aktiv sind und einfach bessere Menschen sind, nicht zerreißen. Aber wenn man „Paula“ anschmeißt, dann hört man die schon 1000mal durchgenudelten Punkriffs und ganz platte Parolen und Texte, im Refrain gern mehrstimmig vorgetragen und dazu dieses schreckliche Keyboard, welches schon die Neue Deutsche Welle geprägt hat. ABER: KAFKAS haben zum ersten mal in ihrer Bandgeschichte so etwas wie Erfolg: Klar deutschsprachige Bands sind in, wenn die Texte noch einfach verständlich sind und fix mitsingbar und die Keyboards geben dem ganzen einen kleinen „Electro-Indie“-Anstrich. Die Single „Klatscht in die Hände“ wird deshalb auch in Indie-Discos zum kollektiven Ausrasten der Erstsemester führen. Aber die Halbwertszeit ist kurz und ich denke, je mehr Indierockpunk man gehört hat, desto weniger Begeisterung wird sich einstellen. Normalerweise würde ich die Band als Bravopunks titulieren, aber das sind sie aufgrund ihrer Einstellung (Stichwort: eigenes Tierasyl), d.h. als personifizierte Gutmenschen, nicht. Es ist die Musik, die mir nicht schmeckt, die vorhersehbaren Texte, die mit ganz einfachen Sätzen arbeiten und daher unglaublich unreflektiert erscheinen. Bleibt unterm Strich: ich wünsche den Jungs das Beste, aber ohne mich!

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