Justice – Köln E-Werk, 22.02.08

von Hififi am 10. März 2008

in Feierlichkeiten

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Endlich mal wieder richtig guter Krawalltechno, so wie ihn die Chemical Brothers mal zu Stande brachten. Endlich mal wieder richtig guter House, so wie ihn einst Daft Punk kultiviert haben. Justice sind die Schnittstelle dieser beiden, wegweisenden DJ-Duos die uns die 90er zum Ende hin noch einmal richtig versüßen konnten. Und jetzt sind sie dick im Geschäft und fahren eine richtig fette Liveshow auf, mit allem drum und dran.

18 Marshall-Amps bilden das Grundgerüst für ohrenbetäubenden Krach unterlegt mit ordentlichem Bumms, sodass man sich langsam Sorgen um die Statik des E-Werks macht. Der Boden vibriert und der Bass geht durch Mark und Bein, dazu eine völlig abgefahrene Lichtshow, deren Mittelpunkt das immer wieder erleuchtete „Cross“ bildet, so nämlich der Titel des Debüts der beiden Spät-Hippies Gaspard Augé und Xavier de Rosnay. So etwas braucht natürlich ein passendes Intro und so macht „Genesis“ nicht nur auf Platte den Anfang, sondern auch heute im E-Werk. Danach geht es fast chronologisch durchs ganze Album, sodass „D.A.N.C.E.“ schon an dritter Stelle für tumultartige Zustände sorgen kann. Besonders gut gefällt, dass besagter Hit sehr viel weniger radiopotential entwickelt, wenn er mit den typischen Störgeräuschen zu kämpfen hat, mit denen die zwei Franzosen so gerne arbeiten. Dann geht es gleich bleibend eintönig weiter, wo wir schon beim einzig negativen Aspekt des Abends wären, denn besonders abwechslungsreich ist auch diese Art der elektronischen Unterhaltung nicht. Das war in den schon erwähnten 90ern halt alles noch neu und aufregend und jetzt ist der Lack schon seit ein paar Jahren etwas bröckelig geworden. Spielt aber an solchen Abenden kaum eine Rolle, denn es braucht schließlich nur einen immer gleich bleibenden Beat um die Meute in Schwung zu versetzen.

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