Juicy Beats – Westfalenpark Dortmund, 28.7.07

von Hififi am 14. August 2007

in Feierlichkeiten

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Das Electronic Music Festival nennt sich diese fruchtige Veranstaltung auch, bloß das meine Vorliebe für elektronische Klänge gar nicht mehr besonders ausgeprägt ist, bis auf ein paar alte Helden vielleicht. Also, was treibt mich an einem regnerischen Tag ins ferne Dormund zu einer Freiluftveranstaltung? Nicht viel mehr als meine Neugier und natürlich SHITDISCO, diese wundervoll bekloppte Neuentdeckung am Diso-Punk-Himmel. Auf zur Ananas!

Die Bühnen im Westfalenpark wurden nämlich kurzerhand nach wohlschmeckenden Tropenfrüchten benannt, so dass der schottische Vierer heute die Ananas rockt. Auch gut…

So um die 150 bis 200 partyfreudige Gestalten finden auch den Weg und so nimmt zu recht früher Stunde das Chaos seinen Lauf, denn von der ersten Minute an wird gesprungen und getanzt, so dass die kleinen Mädchen in der ersten Reihe ein wenig ängstlich aus der Wäsche schauen und die Sekuritate hin und wieder ausrücken muss. Joel Stone, Joe Reeves und Jan Lee haben sich direkt am Bühnenrand postiert um direkt am Geschehen zu sein und genießen sichtlich das bunte Treiben, nur Darren Cullen muss ein wenig zurück bleiben, da das Schlagzeug wohl nicht mehr dazwischen gepasst hat. Alle zehn Songs ihres Debütalbums werden der Meute zum Fraß vorgeworfen und die wirklichen Burner wohldosiert, an strategisch günstiger Stelle, präsentiert. Diese Band hat einen eigenen, völlig kauzigen Humor, welcher sich gleich am Bandsound und vor allem am Gesang erkennen lässt. Das soll halt einfach nur Spaß machen, nichts weiter und das kann man hören. „Ok“ sticht besonders hervor und reiht sich nahtlos in die Reihe unsterblicher Rave-Klassiker ein. Und „I Know Kung-Fu“ unterstreicht das zwinkernde Auge, Ernsthaftigkeitsfaktor gen Null. Das ist toll und macht Spaß.

Wohl auch gar keine schlechte Überleitung um ein wenig von Deichkind zu berichten, diese talentfreie Volksverdummungs-Truppe die sich aufmacht jedem Musik-Liebhaber das Fürchten zu lehren, da sie eben mit Musik nicht viel zu tun hat. Und da sie das zu wissen scheinen, versuchen sie halt von ihrem nicht vorhandenen Talent abzulenken, indem sie sich saublöde Kostüme anziehen und zu vor sich hinpolternden Beats rappen, falls man das denn allen Ernstes so nennen will. Ganz ehrlich: Ich habe es mir gar nicht so schlimm vorgestellt und war dementsprechend geschockt. Etwas dermaßen Schlechtes habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

Das Juicy Beats – um das abschließend zu sagen – hat für praktisch jeden was zu bieten; zahlreiche Bühnen, von Jazz bis Breakbeat, oder einfach nur verschiedene Disco-Areas. Man kann aber auch einfach auf der Wiese liegen und sich an den verschiedenen Klängen berauschen. Ich war jedenfalls absolut positiv überrascht.

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