Joy Division – The Best Of

von am 19. April 2008

in Musik!

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Wohl kaum eine Band wurde in den letzten Jahren so oft als Vergleich zu aktueller Indie-Musik herangezogen wie Joy Division, allerhöchstens noch The Smiths. Welche Band man dazu auch nimmt, beide Vergleiche machen Sinn, haben die beiden doch zusammen mit The Cure den Weg für heutigen Indie geebnet.

Die Frage ob neben den 200.000 anderen Best Of Compilations von Joy Division noch eine weitere Sinn macht sei mal dahin gestellt, dürfte es doch jedem der bis 3 zählen kann ganz schnell klar sein, dass das Label passend zum grandiosen Film über Ian Curtis‘ Leben neben dem Soundtrack auch noch ein bißchen Reibach mit weiteren Plattenverkäufen machen will. Darüberhinaus bietet diese Zusammenstellung der Songs einfach Fans, die sich bisher noch nie mit Joy Division beschäftigt haben die Chance diese Band für sich zu entdecken. Das vorliegende Best Of zeigt auch die volle Bandbreite des Songwritings von Joy Division, die es leider wegen Ian’s frühem Freitod nur zu zwei Studioalben brachten. In allen Songs hört man die Schornsteine der 80er Jahre Stahlindustrie Englands heraus, ein düsteres England ganz in Schwarz-Weiß. So klingt Ian’s tiefe Stimme immer klagend und distanziert. Musikalisch sind die Songs immer untermalt von fast blechernen Gitarren und tiefen Bässen. Die spärliche Wärme wird durch gelegentlichen Synthie-Einsatz erzeugt, bestes Beispiel dafür der Übersong „Love will tear us apart“. Die Zusammenstellung macht insgesamt Sinn und gibt einen guten Überblick über das Schaffen der Band, störend höchstens der Eröffnungstrack „Digital“, den man sich eigentlich hätte sparen können. Das Urteil ob andere Best Ofs von Joy Division nun besser oder schlechter sind lassen wir hier mal raus und empfehlen einfach die vorliegende, nach dem Hören versteht man auf jeden Fall die Einflüsse unserer aktuellen Helden noch viel besser.

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