Jonathan Wilson – Gentle Spirit

von Pynchon am 12. September 2011

in Musik!

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Die sanftmütige Gemütslage nehme ich Jonathan Wilson sofort ab, während mich harmonische Klänge umspülen wie sachte übet den Strand ausrollende Meereswellen (an einer Stelle in �Woe Is Me� singt er passend: �Floating down the river, swimming in the deep blue see�). Wilsons melancholische, leicht entrückte Stimme, die aus den fernen 60ern herüber weht, tut ihr übriges und versetzt mich natürlich augenblicklich in träumerische Stimmung. Jonathan Wilson macht also anschmiegsame Singer-Songwriter-Popmusik mit stark folkiger Ausprägung, was mitnichten so außergewöhnlich ist in der aktuellen Musikwelt, da sich ohnehin jeder zweite in die 60er Jahre zurück wünscht und munter drauflos schwelgt.

Manche Kritiker haben, wie ich in meiner sporadischen Schnell-Recherche überflogen habe, die epische Länge von �Gentle Spirit� bemängelt (ca. 80 Minuten) und gemeint, da schlafe man ja irgendwann ein, zwangsläufig, bei solch harmonischen Klängen, die nicht enden wollen, und einem Song, der in den nächsten übergeht, ohne dass mal zwischendurch was Außergewöhnliches passiere. Das finde ich aber nicht! Es mag recht lang und ausschweifend sein, ja, und manchmal � in der zweiten Albumhälfte � plätschert es im Stile der Meereswellen dahin, aber Jonathan Wilsons Stücke sind ungemein gut komponiert, großenteils einprägsam und markant, einfach gekonnt dargeboten. Und darüber hinaus müssen kleine musikalische Perlen wie �Desert Raven�, �Natural Rhapsody� oder das titelgebende �Gentle Spirit� wohl einen Nerv bei mir treffen, sonst würde ich unmöglich so dahin sein, sondern das x-te Werk eines nostalgisch gestimmten Folkmusikers überdrüssig verschmähen – aber nun bin ich selbst völlig nostalgisch und sanftmütig und gebe mich geschlagen � ab an den Strand, bei Sonnenuntergang! Und Gitarrespielen will ich jetzt auch lernen, Jonathan Wilsons Songs covern!

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