Jonas Goldbaum – Unsere Welt braucht Dich.

von Sterereo am 20. Dezember 2007

in Musik!

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Die deutschen Fußballfreunde haben Österreich fest im heruntergeklappten Visier. Gleichzeitig haben auch die aufgestellten Landungsklappen der „österreichischen Sportfreunde“ das urdeutsche Mutterschiff im Sucher?! Doch bitte kein voreiligen Schlüsse ziehen, denn was kann „Jonas Goldbaum“-Sänger Arne Lechner dafür, wie der Powerpop-Peter von den zahlenwälzenden WM- Euphoriekern zu klingen? Gar nichts, also aufhorchen, hier kommt ein melancholisch-hoffnungsvolles Wiener Paradoxon.

Ein hymnisches „Das Leben liegt noch vor dir, Yeah Yeah Yeah“, dazu Breite-Hose-Riff und das Tanzbein mutiert in ein nicht aufzuhaltendes Endorphine-Monster. Die Musik des Albums zielt und schießt direkt auf die unteren Extremitäten. Der Titel propagiert, dass diese Welt also unsereins braucht? Vielleicht braucht unsereins solche Songs, um den Samstagabend wieder mit heimischem Liedgut zu füttern, dass mal nicht vom Fußball handelt. Die Platte stürmt mit ihren tanzbaren und druckvollen Pop-Perlen davon, um wenig später von der trüberen Realität in Gestalt vom verbitterten „Spielregeln“ oder Trennungsschmerz gebeutelten „Taucher im Meer“ ausgebremst zu werden. Letzterer Song ist eines der drei Stücke (neben „Sternenparties“ und „Eine neue Zeit“), die sich schon auf dem nur in Österreich vertriebenen Debüt-Album „Tower an Bodenpersonal“ zu kleinen Hits verselbstständigten. Mit dem „Taucher“ setzt der versprochene Tief(en)gang ein, und lotet den schlammigen Boden studentischer Erlebniswelten aus.

„Ohne Rücksicht auf Verluste haben wir uns den Kick gegeben, und dabei den Fallschirm übersehen“: Metaphern der modernen Welt, in der sich die Liebe manchmal wie Sonnenstrahlen hinter einer schwerelosen Wolkenwand verschanzt. Geschichten über die Sehnsüchte, Enttäuschungen und große Gefühle, nicht von Teenagern, sondern von jungen Menschen, die Altklug ihre Umgebung ertasten, erleben und in Worte und Klänge zu fassen wissen. „Und alles was wir wollten, war doch nur so richtig leben“.

Vielleicht also ein ehrlich-tanzbarer Tipp für den lamettabeschmückten Goldbaum? Ja, richtig gelesen: Goldbaum. Denn von diesem niedlichen Neologismen der Nichte Jona bekommt diese vierköpfige Band, mit solch’ philosophischen Jungspunden, den Namen verliehen.

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