Johnny Cash – At St. Quentin

von Benjamin am 18. März 2006

in Musik!

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1969 nimmt Johnny Cash sein zweites Gefängnis-Live-Album auf. Im ältesten Gefängnis Kaliforniens spielt er seine Hits und lässt sich zu gesellschaftskritischen Aussagen hinreißen. Das Konzert ist auch von Kameras aufgezeichnet worden, aber die großen TV-Anstalten weigerten sich eben auf Grund der Gesellschaftskritik lange das Konzert auszustrahlen. „At St. Quentin“ war erfolgriecher als der Vorgänger „At Folsom Prison“, v.a. weil Cash in St. Quentin den Nummer 1 Hit „A Boy named Sue“ gespielt hat.

Neben seinen erfolgreichen Songs „Walk the line“, „Ring of fire“, „A Boy named Sue“ (übrigens von Shel Silverstein, einem Playboy-Cartoonisten, geschrieben) und „Folsom Prison Blues“ performt Johnny Cash mit seiner Band einen neuen Song: „St. Quentin“. Es beschreibt den Gefängnisalltag aus Sicht eines Insassen. Textlich drückt es den Hass auf die steinernen Wände aus, die für viele das letzte sind, was sie im Leben sehen. In „St. Quentin“ warten viele Todeskandidaten auf ihre Hinrichtung… Übrigens haben Metallica das Video zu „St. Anger“ hier aufgenommen.

Unterstützung bei dieser Aufnahme erhielt Cash u.a. von Carl Perkins (aus seiner Feder stammen Hits wie „Everybody’s trying to be my baby“und „Blue Suede Shoes“), der „Carter Family“ und den „Statler Brother“, die vor allem die letzten Stücke („He turned the water into wine“, „Daddy sang Bass“, „The old account was settled long ago“ und das Abschlussmedley) zu reinen Gospelsongs machen. Das gibt dem ganzen den Anstrich eines Gottesdienst und für die anwesenden Häftlinge war es sicherlich auch so etwas.

Wer die Spätphase des Man in Black zu schätzen gelernt hat, der wird vielleicht auch dieses Album mögen. Zu einer immergrünen Scheibe wird dieses Livealbum durch die Verbindung eines konservativen, uramerikanischen Musikstil mit Gesellschaftkritik und dem besonderen Aufnahmeort. Diese Verbindung produziert auch über 35 Jahre nach der Aufnahme eine explosive Atmosphäre. Mehr Aufruhrpotential kann auch Punk nicht haben!

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