John Grant – Queen of Denmark

von Pynchon am 1. Mai 2010

in Musik!

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Ob John Grant privat eher ein Softie ist, sei mal dahingestellt, aber sein erstes Solo-Album „Queen of Denmark“ hebt schon einmal mit einem sehr gefühligen, aber keineswegs zu unterschätzenden Stück Popmusik namens „TC and Honeybear“ an, das vor süßen Melodien, Panflöte und dem Einsatz einer in hohen Tönen klagenden weiblichen Arienstimme im Background nicht zurückschreckt. Könnte leicht ins Klebrige verpappen, ergibt jedoch eine schöne Nummer, mit der man auf der blühenden Wiese den Frühling ebenso gut begrüßen kann wie einst mit XTC’s „Summer’s Cauldron“ (nur um mal den Namen einer tollen Band fallen zu lassen, die heute nicht mehr jeder kennt).

Aber zurück zu John Grant. Mit Herzschmerz in der Stimme, feinen Kompositionen und einem waidwunden Pathos, das tatsächlich den schmalen Pfad zum Kitsch beschreitet, tropfen die Lieder beschwingt aus den Lautsprechern. Erinnert bisweilen an den Soft-Rock der 70er Jahre, an „Hard For Me To Say I´m Sorry“ von Chicago vielleicht. „Where Dreams Go To Die“ zielt exemplarisch auf die Moll-Rezeptoren unserer Gefühls-Klaviatur (und ja, diese Metapher ist genauso schwülstig wie Grants Musik bisweilen). Pompös und unverhohlen 70´s-affin wie das gesamte Album angelegt ist, kann es nicht verwundern, dass sich Grant in einem Statement zu Bands wie Abba, Supertramp oder die Carpenters bekennt. Und zu Sigourney Weaver, denn nach ihr ist einer der Songs benannt. Die gibt’s zwar immer noch, aber immerhin hatte sie in den späten 70ern ihren Durchbruch, und davon abgesehen klingt die Nummer ebenso schwelgerisch wie „Close To you“, also das Stück der Carpenters über die Vögel, die plötzlich auftauchen, weil sie dem Adressaten des lyrischen Ich nahe sein wollen.

Wem das alles ein wenig too much ist, ich kann es schon verstehen, aber Grants Talent für eingängige Kompositionen und hübsche Pop-Schwoof-Nummern wie etwa „Chicken Bones“ ist für mich unbestritten. Und bei „Silver Platter Club“ glaube ich zunächst den alten Melancholiker Gilbert O´Sullivan zu hören. Wer bei „Alone Again“ gern mal eine Träne verdrückt, dem wird John Grant ganz sicher auch ans Herz wachsen!

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