John Foxx & Robin Guthrie – Mirrorball

von Hififi am 7. Juli 2009

in Musik!

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Solche Alben wie „Mirrorball“ sind mehr als selten – schon allein, weil sie einfach kein Mensch kaufen wird – und dadurch mutig. Am ehesten hätte ich etwas Vergleichbares von Mark Hollis erwartet, dem John Foxx auf diesem Album stimmlich sehr nahe kommt. Auch die Herangehensweise scheint ähnlich, so improvisiert der ehemalige Ultravox-Sänger die meiste Zeit über und singt überwiegend in seiner eigenen Fantasiesprache, weswegen keine abgedruckten Lyrics im Artwork vorhanden sind.

Während Mark Hollis 1998 Musik entstehen ließ, die sich am Rande der Auflösung befand und so kaum noch wahrnehmbar war, lässt sich „Mirrorball“ durchaus greifen, bloß einsortieren lassen sich die neun Entwürfe kaum. Am ehesten lassen sie sich vielleicht als Klangteppiche mit Gesang bezeichnen. Robin Guthries’s Gitarre (The Cocteau Twins) ist dabei dermaßen verhallt, dass sie als solche selten zu erkennen ist, was mich wiederum an „Laughing Stock“ von Talk Talk erinnert – so absolut ab vom Schuss kann Musik manchmal sein. Dabei könnte „Sunshower“ die Art Single sein, die es auf „Laughing Stock niemals gegeben hat, entspringt aber sicherlich derselben Verpflichtung an alternativer Soundgewinnung, die für die meisten Musiker und vor allem für Rezensenten niemals nachvollziehbar sein wird. Ein Titel wie „Estrellita“ kann dabei in seiner unberührbaren Schönheit eigentlich nicht von dieser Welt sein und wie, um diese These zu unterstreichen, klingt John Foxx‘ Gesang – gedoppelt und gedreifacht, mit ordentlich Delay – nach gregorianischen Mönchschören die das Jenseits besingen. An manchen Stellen kann es natürlich passieren, dass der ganze Wohlklang zusammenbricht, weil es einfach zu viel ist, so viele Harmonien lassen sich nicht so einfach verdauen. Jedenfalls ist „Mirrorball“ die absolute Antithese zu den wohlbekannten drei Akkorden.

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