Joel Alme – Waiting For The Bells

von Hififi am 31. Januar 2011

in Musik!

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Wir befinden uns wieder einmal knietief im Retro, diesem Mando Diao-verseuchten schwedischen Retro, den wir doch bitte nicht mehr hören mögen. Und es soll sich sogar im Folgenden um dieselbe Dekade drehen, nur mit Otis Redding haben die eingebildeten Nordlichter nichts zu tun, da hapert es schnell an den grässlichen Live-Stimmen (eindrucksvoll bei MTV ohne Stecker) unter Beweis gestellt. Ach, was für eine Einleitung, wieder einmal Schweden vs. Schweden.

Wir haben hier nur einen Schweden, der den Northern Soul wieder auf die Sprünge hilft, ohne auf jemanden direkt zu schielen, denn Joel Alme hat zwar dieselben Bläser wie Otis Redding, dieselbe geradezu beängstigend schnell einnehmende Melodieführung, aber die Art und Weise zu singen wie der liebe Gott: Bob Dylan. Da nehmen wir einmal „No Luck To Give“ oder „The Spell Of Brothers“ und eigentlich ist es müßig zu erklären, wie das klingt, wenn jemand die Chuzpe besitzt Dylan nachzueifern, und weil das so gut wie alle wissen, lässt es gar jeder bleiben. Cat Power hat ihm mit „I Believe In You“ ein in Stein gemeißeltes Denkmal gesetzt und Joel Alme interpretiert diesen unverwechselbaren Gesang gelegentlich ohne ihn als Aushängeschild zu nutzen, denn dafür eignen sich die Songs auf „Waiting For The Bells“ nicht. Und er verrennt sich nicht, und lässt die überwiegende Anzahl der Songs, gute Soul-Nummern sein, die gediegen genug sind sie immer mal wieder zu hören. Zugegebenermaßen höre ich sie schon länger, was an meiner Herkunft liegt: Vattern: Bob Dylan, Muttern: Otis Redding, damit kann ich was anfangen, ich doch tatsächlich lechzend auf die neue Winehouse warte. Aber der Allgemeinheit muss ich noch auf den Weg geben, dass bei all meiner Begeisterung, die elf Songs spätestens nach dem zweiten, oder dritten Durchlauf einen bestialischen Ohrwurmcharakter abgeben, da kannste machen nix.

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