Joan As Police Woman – Forum Bielefeld, 20.11.2011

von Hififi am 1. Dezember 2011

in Feierlichkeiten

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Während der Lektüre einiger Artikel über Joan Wasser alias Joan As Police Woman fällt mir auf, dass ich ihren Bekanntheitsgrad vielleicht ein wenig unterschätzt habe. Dieser ganze Rattenschwanz an Reminiszenzen (unter anderem gemeinsame Aufnahmen mit Lou Reed und Nick Cave) und Gossip der Sorte „Die war doch mal mit Jeff Buckley zusammen“ war mir jedenfalls nicht bekannt. Interessanter da schon eher ihre Ausbildung zur klassischen Konzertviolinistin. Die Geige hat sie allerdings nicht einmal dabei.

Gerade einmal zwei Begleitmusiker sind mit Tyler Wood an den Synthies und Parker Kindred am Schlagwerk neben ihr auf der Bühne. Und dass das vollkommen ausreicht wird der Abend noch zeigen.

Zuvor geben sich Peggy Sue aus Brighton gar nicht einmal soviel Mühe dem Publikum ein wenig die Wartezeit auf die Hauptattraktion zu versüßen. Gelegentlich kantet der ein oder andere Song doch arg, im Vergleich zu dem was z.B. Leslie Feist einen Folk-Song nennen würde. Aber vollends überzeugen können Rosa Rex, Katy Klaw und Olly Joyce selbst mich nicht, der ich doch immer wieder gerne Ecken und Kanten vermisse. Daheim mit dem Kopfhörer funktioniert das frisch erschienene Album „Acrobats“ im Übrigen schon wieder recht gut, nur an einem Sonntagabend drei statischen Musikern beim herunterklampfen eines nahezu lustlosen Sets zu beobachten, ist einfach anstrengend.

Bei Joan Wasser sieht es hingegen anders aus und selbst wenn nicht, ist sie mittlerweile lange genug dabei, um etwaige Lustlosigkeit verbergen zu können. Aber davon ist nicht auszugehen. Stattdessen wird gerne viel und lang gekichert, so als ob es den ein oder anderen Joint zu viel gegeben haben könnte (man beachte den Konjunktiv!). Lustlos oder albern wirkt sie während des gesamten Sets nun wirklich nicht und bei all dem Soul und der Tanzbarkeit die ihre Songs umwehen, ist die Ernsthaftigkeit und die Emotionalität der Songs, bzw. der Texte omnipräsent. Den Soul legt Wasser vor allem in ihre Stimme, sodass die instrumentale Musik eher als Songwriter-Pop durchgehen würde, wenn es nicht noch den gelegentlich ins Bluesige kippende Soul-Gesang gäbe. Mir fehlen nur manchmal die catchy Melodien, die Hooks, so interessant ich das Zusammenspiel der drei Musiker um Joan As Police Woman finde, der Funke springt für mich an diesem Abend nur ansatzweise über. So ging es mir vor einigen Monaten beim Hören des aktuellen Albums „The Deep Field“ auch schon und da die Setlist überwiegend aus „neuen“ Songs besteht und ich die alten kaum kenne, kann ich den Fehler wohl kaum bei ihnen suchen. Seht diese Zeilen am besten lediglich als Erfahrungsbericht und lasst euch nicht abschrecken Joan As Police Woman einen Besuch abzustatten, wenn sie bei euch in der Nähe spielen sollte(n).

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