Joachim Raffel-Sextett – Jazzkeller Lübbecke, 11.11.05

von Sterereo am 13. November 2005

in Feierlichkeiten

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Jazz schallt über den Gänsemarkt, denn die Tür zum Gewölbekeller im Amtsgericht stand diesen Samstag wieder offen. Joachim Raffel erweckt mit seinem preisgekrönten Sextett den alten Kellerraum durch mitreißende Jazzmusik zum Leben. Die Berufsmusiker stellten ihre aktuelle CD „Nir Bwana“ vor, die zwar modern klingt, aber dennoch alten Jazzcharme versprüht.

Mit marodem Stil kommt er daher, der alte Keller mit der gewölbten Decke, und erfährt Lob für die „warme und intime Atmosphäre“ vom Publikum, sowie für die „ausgezeichnete Akustik“, von den Musikern.

Diesmal war das bekannte Joachim-Raffel-Sextett für ein Konzert beim Jazz Club Lübbecke in das Kellergeschoss gekommen. Sie präsentierten ihr zweites Album „Nir Bwana“. Nahezu alle Stücke des Abends stammten von dieser CD, welches vom Radio Bremen produziert wurde. „Wir spielen modernen Jazz“ sagt Joachim Raffel, der alle Stücke selbst komponiert hat, „aber die Bebop-Einflüsse sind nicht zu leugnen“.

Die Band besteht aus Stephan Struck (Trompete), Jan Klare (Alt-Saxofon), Robert Kretzschmar (Tenorsaxofon), Alex Morsey (Bass und Tuba), Christian Schönefeldt (Schlagzeug) und dem Kopf der Band, Joachim Raffel (Piano). Sie erschaffen mit ihrem harmonischen Zusammenspiel eine gewaltige Klangpalette, bei der nur wenige Gäste ihre Füße still halten können. Das alte Rhodes-Piano, ein Liebhaberstück, erzeugt einen Klang, der an die „Doors“ erinnert und immer seltener zu hören ist.

Für das Stück „Honestly“ wechselt der hervorragend spielende Alex Morsey von einem mächtigen Instrument zum nächsten. Er tauscht den Kontrabass gegen die Tuba. Das Stück kommt mit vier Bläsern und einigen anspruchsvollen Solos daher, immer erstklassig untermalt von Blasheimer Schlagzeuger. Aber einen Musiker in diesem Ensemble hervorzuheben ist ungerecht, als Sextett harmonieren sie auf hohem Niveau. Das bestätigt auch Joachim Raffel, er zeigt ein Notenblatt und meint: „Wir haben viele sehr anspruchsvolle Passagen, welche das Improvisieren außerordentlich schwierig machen“. Die Jazzband, die mit schnellen, fast Swingartigen Stücken genauso wie mit bass- und blueslastigen Liedern (wie das an Duke Ellington erinnernde „Always trust the Blues“) imponiert, wurde sogar schon ausgezeichnet. Das niedersächsische Jazzpodium kürte die Musiker um den Osnabrücker Joachim Raffel 2000 zum Sieger.

In Osnabrück gastiert das Sextett auch als nächstes, am 17.11, im „Blue Notes“.

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