Jenny Lewis With The Watson Twins – Rabbit Fur Coat

von Benjamin am 12. März 2006

in Musik!

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Irgendwann im letzten Jahr habe ich Jenny Lewis mal live gesehen: als Sängerin von Rilo Kiley im Vorprogramm der Bright Eyes. Und ich dachte mir: schöne Stimme, hübsches Äußeres aber langweilige bis belanglose Musik. Und dann setzt sie sich hin, schreibt ein paar Songs und nimmt diese mit ein paar Freunden auf. So entsteht eine Alternative Country, Singer/Songwriter Perle, wie man es nicht anders von einer Mike Mogis-Produktion (u.a. Bright Eyes, Rilo Kiley, The Faint und fast alle anderen Saddle Creek Bands) gewohnt ist.

Es scheint als sei es ein Kirchenchor in Begleitung eines Countrygitarristen, der „Rabbit Fur Coat“ mit dem Stück „Run Devil Run“ eröffnet. Aber keine Sorge, es ist keineswegs ein sakrales Album. „The Big Guns“ ist dann auch ein echter Countrysong. Wie alles auf dem Album nach aufrichtiger handgemachter Musik klingt. Wie sagt es Jenny Lewis selbst: „Aufrechter, anständiger Country läuft bei uns nur noch im Indie- oder Collegeradio, aus Nashville kommt nur noch fürchterlicher Popschrott.“

Die Stimmen der Watson Zwillinge umspielen die klare Stimme von Jenny Lewis und machen das Album sehr angenehm. Bei der Ballade zur Akkustikgitarre „Happy“ umschmeichelt der Gesang die Gehörgänge dermaßen, dass einem heiß und kalt wird. Aber auch hier mischt sich mal eine elektronische Gitarre, mal ein Percussioninstrument im Hintergrund ein. Bei „Handle me with care“ hilft Conor Oberst gesanglich aus. Der Song ist übrigens im Orginal von den Travelling Wilburys, einer Supergroup bestehend aus George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison (auf dem ersten Album), Tom Petty und Bob Dylan. Sichere Wahl, diese Coverversion. Die Texte sind mal ernst (der Titelsong), mal heiter („You are what you love“), manchmal auch religiös (im Sinne von: Sinnsuche, z.B. „Born Secular“).

Das Fazit: Man kann die Lieder relativ schnell mitsingen, die Melodien bleiben im Ohr. Anspruchsvolle Lagerfeuerlieder, Folk, unpolierter Country. Musik, die glücklich macht (keine Angst von dieser Art von Musik vorausgesetzt).

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