Jann Wilde And The Neon Comets – Neon City Rockers

von Hififi am 12. Januar 2010

in Musik!

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Kennt ihr den Pseudo-Dokumentarfilm „This Is Spinal Tap“ über diese 80er Jahre-Glam Rockband? So kommt mir das hier vor; wie der Soundtrack zum nicht vorhandenen Film. Und ich warte die ganze Zeit schon darauf, dass mir jemand sagt: „Das ist doch nur Spaß! Die meinen das sicher nicht ernst!“ Und wenn doch? Ich befürchte es ja fast ein wenig.

Jann Wilde And The Neon Comets kommen aus Finnland, genauer gesagt Tampere. Da muss man erstmal drauf kommen, denn Jann Wildes Mitstreiter haben solch illustre Namen/ Pseudonyme wie Dean Martin, Tender Rexx, Robin Savage und Kaide Palmer. Bei den Frisuren wird es dann völlig gruselig, wenn die Rockabilly-Tolle, neben dem Irokesen koexistiert und der Chef höchstpersönlich aussieht wie Bill Kaulitz von Tokio Hotel. Und so wundert es nicht besonders, wenn das Make Up- und Haarstudio im Artwork erwähnt wird. Jetzt wo ich das Album ein paarmal gehört habe, muss ich annehmen, dass die Finnen ihre Hörer für bekloppt halten, denn dieses Frisuren-Kauderwelsch ist genau das, was uns auch auf „Neon City Rockers“ erwartet: Flächendenkender Diebstahl innerhalb vierer Dekaden Rockmusik, angefangen in den 50ern. Und wisst ihr eigentlich, wo bei mir der Spaß aufhört? Bei den Beatles! Gut, dass John und George bereits tot sind und Sir Paul und Ringo wohl besseres zu tun haben, als finnische Schülerbands beim Umschreiben von Rock’n’Roll-Standards zu beobachten, die sie – das Grauen nimmt keine Ende – zu guter letzt in ein Glam-Korsett zwängen. Gurken in Spandexhosen sozusagen (siehe „This Is Spinal Tap“)! Manchmal grölt der Wilde sogar, was dann an die UK Subs erinnert, was per se schon mal kein gutes Zeichen ist, dann der nächste Versuch: John Lennon (ohne Kommentar), aber alles mit sonderbaren Dire Straits-Orgeln. Billy Idol muss leider auch herhalten und manchmal schafft unser Finne es Bela B. zu imitieren. Ob Bela das weiß? Vielleicht findet sich noch jemand, der Lust hat ein wenig Verstand in diese Band zu prügeln.

Ach, jetzt fällt mir noch ein Spitzenvergleich ein: „Neon City Rockets“ kommt wahrscheinlich dabei raus, wenn Rolf Zukowski Songs von den schwächeren Beatles-Alben covern würde. Toll, oder? Ich bin jeden Fall von den Socken und werde mir gleich vorsichtshalber eine Herztablette einschmeißen vor lauter Begeisterung.

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